München

Lehramtskritische Gruppen fordern: Menschenrechte in Kirche umsetzen

Der Ausschluss der Frauen von Weiheämtern, der Zölibat sowie Forderungen nach Enthaltsamkeit homosexueller Menschen würden den Menschenrechten und dem biblisch geprägten Menschenbild widersprechen, heißt es in einem Appell mehrerer lehramtskritischer Gruppen.
Frauen fordern Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche
Foto: Patrick Seeger (dpa) | Der Vatikan solle die Menschenrechts-Charta „mittels eines offiziellen Dekrets“ übernehmen und sich für deren weltweite Umsetzung verstärkt einsetzen, heißt es in dem Appell, der auch von Maria 2.0 unterzeichnet ist.

Mehrere lehramtskritische Gruppen, darunter „Wir sind Kirche“ und „Maria 2.0“, fordern die Kirche auf, die Menschenrechte in ihren Institutionen umzusetzen. In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung heißt es: „Der absolute Ausschluss der Frauen von Weiheämtern, das Heiratsverbot für Priester sowie die Forderung der Enthaltsamkeit an homosexuelle Menschen widersprechen in eklatanter Weise den individuellen Menschenrechten wie auch dem biblisch geprägten Menschenbild.“ Der Vatikan solle die Menschenrechts-Charta „mittels eines offiziellen Dekrets“ übernehmen und sich für deren weltweite Umsetzung verstärkt einsetzen.

Menschenrechte mit christlichen Wurzeln

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Der Anlass des Appells der Lehramtskritiker ist der Internationale Tag der Menschenrechte am kommenden Donnerstag (10. Dezember). Zu den Unterzeichnern gehören auch die Gruppen „Frauenwürde e.V.“, „Ordensfrauen für Menschenwürde und der „Münchner Kreis“.

Die lehramtskritischen Gruppen berufen sich in ihrer Forderung zudem darauf, dass die Menschenrechte „bezüglich Freiheit, Gleichheit und Solidarität durchaus auch christliche Wurzeln“ hätten. So sei die Gleichstellung von Männern und Frauen ganz explizit in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte genannt, die auch von Papst Johannes XXIII. sowie vom Zweiten Vatikanischen Konzil anerkannt worden sei.  DT/mlu

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