Vatikanstadt

Papst Franziskus „bewegt“ von Anteilnahme

Auch Papa emeritus Benedikt XVI. betet intensiv für seinen Nachfolger. Offenbar plant Franziskus bereits eine Reise nach Nordkorea.
Papst Franziskus im Krankenhaus
Foto: Alessandra Tarantino (AP) | Ob und wann Papst Franziskus vom Fenster grüßt, bleibt unbekannt. Papst Johannes Paul II. hatte sich bei seinen Krankenhausaufenthalten am Fenster gezeigt.

Papst Franziskus befindet sich weiterhin auf dem Weg der Besserung. Das hat das Presseamt des Heiligen Stuhls am Mittwochmittag mitgeteilt. „Die post-operativen Fortschritte Seiner Heiligkeit Papst Franziskus sind weiterhin regulär und zufriedenstellend.“ Franziskus nehme wieder die gewohnten Mahlzeiten ein. „Die Infusionstherapie wurde beendet“, heißt es weiter. Die letzte histologische Untersuchung habe eine schwere Divertikelstenose mit Anzeichen einer sklerotischen Divertikulitis bestätigt. 

Papst dankbar für "Nähe und Gebet"

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Franziskus zeige sich „bewegt“ angesichts der vielen Genesungswünsche und der Zuneigung, die er in diesen Tagen erhalten habe. Er drückt seine „Dankbarkeit für die Nähe und das Gebet“ aus. Persönlichkeit aus Kirche und Politik hatten dem Papst eine schnelle Genesung gewünscht. Darunter war auch Papa emeritus Benedikt XVI. Kurienerzbischof Georg Gänswein sagte gegenüber der Agentur Adnkronos: „Papst Benedikt übermittelt einen liebevollen Gedanken und betet intensiv für Papst Franziskus.“

Schon am Dienstagmorgen hatte Pressesprecher Matteo Bruni bekannt gemacht, dass Franziskus gefrühstückt, verschiedene Tageszeitungen gelesen und außerdem aufgestanden sei, um ein paar Schritte zu gehen. Der Heilige Vater befände sich in guter Verfassung. Der Vatikan konzentriert die Nachrichtenlage derzeit auf wenige Sätze in einem täglichen Bulletin zum Gesundheitszustand des Papstes.

Der Pontifex war am Samstagnachmittag überraschend in das Krankenhaus Agostino Gemelli eingeliefert worden und wurde am Abend drei Stunden lang operiert. Das Presseamt ging am Montag von mindestens sieben Ruhetagen aus, „wenn keine Komplikationen auftreten“. Bisher gab es keinen Krankenhausbesuch von Laien oder Kirchenvertretern, zwei Krankenhelfer aus dem Vatikan begleiten den Papst. 25 Gendarmen sorgen für den persönlichen Schutz des Kirchenoberhauptes.

Am Sonntag schon wieder beim Angelus?

Bei einer Divertikelstenose handelt es sich um eine Erkrankung des Dickdarms. Divertikel sind Ausstülpungen an der Darmwand, die zu weiteren Komplikationen wie Entzündungen und Blutungen führen können. Eine Stenose ist eine Verengung in Blutgefäßen oder Hohlorganen, die eine normale Passage des Inhalts verunmöglicht. Kann die Stenose nicht medikamentös behoben werden, so ist ein operativer Eingriff notwendig.

Gualtiero Bassetti, der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, äußerte die Hoffnung darauf, dass der Papst bis Sonntag wieder genesen sei und das Angelus-Gebet sprechen könne. Ob Franziskus bis dahin in den Vatikan zurückkehrt, ist jedoch ungewiss. Die Fenster in der zehnten Etage des Gemelli-Krankenhauses sind verschlossen, der Sonnenschutz unten. Ob und wann Papst Franziskus vom Fenster grüßt, bleibt unbekannt. Papst Johannes Paul II. hatte sich bei seinen Krankenhausaufenthalten am Fenster gezeigt. Journalisten und Kamerateams belagern die Poliklinik seit Tagen.

Dass der Pontifex bald wieder einsatzbereit sein dürfte, zeigen Nachrichten um eine beabsichtigte Reise nach Nordkorea. Der Fidesdienst berichtete über Gespräche mit dem südkoreanischen Geheimdienstchef Park Jie-wonum, um eine solche Visite zu ermöglichen. Er erklärte, persönlich an der Vorbereitung eines möglichen Besuchs von Papst Franziskus in Nordkorea mitzuwirken. „Gemeinsam mit allen koreanischen Gläubigen hoffen wir, dass, so Gott es will, Papst Franziskus Nordkorea besuchen kann, um eine neue Ära des Friedens einzuleiten“, sagte Pater Dinh Anh Nhue Nguyen, Direktor der Agentur und Generalsekretär der Päpstlichen Missionsunion.  DT/mga

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