Vatikanstadt

ÖKT: Müller kritisiert wechselseitige Einladung zu Eucharistie und Abendmahl

Niemand könne „eigenmächtig und nach eigenem Gusto“ die Gegensätze zwischen evangelisch-protestantischem und katholischen Glaubensbekenntnis für nebensächlich erklären oder ignorieren, meint Kardinal Gerhard Müller.
Kardinal Gerhard Müller
Foto: Cristian Gennari (KNA) | Dass diejenigen, die jenes „allen bekannte katholische Glaubensverständnis“ aussprechen, als „erzkonservativ“ diskreditiert würden, sei eine „gebräuchliche Methode der Diffamierung“, meint der emeritierte Präfekt der ...

Der deutsche Kurienkardinal Gerhard Müller übt Kritik an der wechselseitigen Einladung von Katholiken und Protestanten zur Teilnahme an Eucharistie und Abendmahl im Rahmen des derzeit in Frankfurt stattfindenden Ökumenischen Kirchentags (ÖKT). Niemand könne „eigenmächtig und nach eigenem Gusto“ die Gegensätze zwischen evangelisch-protestantischem und  katholischen Glaubensbekenntnis für nebensächlich erklären oder ignorieren, so der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation in einer Stellungnahme, die dieser Zeitung vorliegt.

Müller: Kirchliche und sakramental-eucharistische Gemeinschaft sind untrennbar

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Das Gewissen des Katholiken erinnere ihn an die Wahrheiten der katholischen Glaubens- und Sittenlehre, schreibt Müller, „und es wäre missbraucht als Rechtfertigung, ihr zuwider zu reden und zu handeln“. Für die katholische und die orthodoxe Lehre gelte der Grundsatz, dass die kirchliche und die sakramental-eucharistische Gemeinschaft untrennbar seien. „Wer sich im Widerspruch zur katholischen Lehre und ihrer verbindlichen Auslegung durch das römische Lehramt (der Papst direkt oder mittelbar die Glaubenskongregation) verhält, ist nicht mehr katholisch“, betont der Kurienkardinal.

Dass diejenigen, die jenes „allen bekannte katholische Glaubensverständnis“ aussprechen, als „erzkonservativ“ diskreditiert würden, sei eine „gebräuchliche Methode der Diffamierung“, entlarve jedoch nur „eigene Schwäche in der sachlichen Argumentation“.

Provokation des Lehramtes statt Ökumene

Dass von protestantischer Seite in der Debatte um die Kommunionzulassung von einem „Paradigmenwechsel“ gesprochen werde, kommentiert Kardinal Müller wörtlich: „Paradigmenwechsel ist ein schön klingendes Wort, das Gelehrsamkeit vortäuschen soll und auch dem Gefühl schmeichelt, auf der Höhe der Zeit zu stehen  und sogar an der Spitze des Fortschritts zu marschieren.“ Dabei werde aber nur die Tatsache verschleiert, „dass es hier nicht um die Ökumene geht, sondern um eine Provokation des Lehramtes der katholischen Kirche aufgrund einer Relativierung des katholischen Glaubens und des Wahrheitsanspruches der Offenbarung überhaupt“.  DT/mlu

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