Würzburg

Neue Sexualmoral: Philosoph übt scharfe Kritik an Moraltheologen

Katholischer Philosoph Dominikus Kraschl verteidigt in „Tagespost“-Beitrag traditionelle Morallehre der Kirche
Junges Paar
Foto: Alexandra Coelho via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Bedarf es einer grundlegenden Revision der kirchlichen Sexualmoral, um Anschluss an die Lebenswirklichkeiten der Menschen von heute zu finden?

Der in Chur lehrende katholische Philosoph Dominikus Kraschl hat scharfe Kritik an im Zuge des Synodalen Wegs diskutierten moraltheologischen Konzeptengeübt. In einem Beitrag für „Die Tagespost“ widerspricht der Franziskanerpater besonders dem Buch „Vom Vorrang der Liebe“ der Moraltheologen Christof Breitsameter (München) und Stefan Goertz (Mainz). Deren These, dass es einer grundlegenden Revision der kirchlichen Sexualmoral bedürfe, um Anschluss an die Lebenswirklichkeiten der Menschen von heute zu finden, hält Kraschl für nicht schlüssig.

Anerkennung kein Kriterium für Gültigkeit

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Wörtlich schreibt der Philosoph: „Die Geltung moralischer Normen soll davon abhängen, ob sie anerkannt und befolgt werden? Dass man Kinder nicht misshandeln darf, hängt von der Anerkennung und Befolgung dieser Norm ab?“. Kraschl zufolge zeige sich hier eine grundsätzliche Problematik des Buches: die Vermengung von faktischer Anerkennung und normativer Geltung. Kraschl setzt dem das traditionelle Naturrechtsdenken der katholischen Sexualmoral entgegen. Es sei eben nicht alles erlaubt, was mit dem Prinzip der sexuellen Selbstbestimmung vereinbar sei und keine greifbar negativen Folgen für die Betroffenen habe. Kraschl zufolge kommt die von Breitsameter und Goertz vorgelegte Sexualethik spätestens im Hinblick auf moralische Perversionen, etwa sexuellen Handlungen mit Haustieren, in Erklärungsnöte. DT/om

 

Lesen Sie die ausführliche Widerlegung der auch vom Synodalen Weg diskutierten Thesen in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“.

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