Vatikanstadt

Missbrauchsbekämpfung: Kurienprälat Graulich weist Kritik an Joseph Ratzinger zurück

Autoren Reisinger und Röhl werfen dem ehemaligen Papst in neuem Buch vor, Vertuschungspraxis gefördert zu haben. 
Joseph Kardinal Ratzinger
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | Besonders die Kritik an Joseph Ratzinger während seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation könne nicht überzeugen, so Prälat Graulich gegenüber der Tagespost.

Kurienprälat Markus Graulich hat die von den Buchautoren Doris Reisinger und Christoph Röhl erhobene Kritik an der Missbrauchsbekämpfung Joseph Ratzingers/Benedikts XVI. zurückgewiesen. Im Gespräch mit der „Tagespost“ (Donnerstagsausgabe) betont der Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, dass die Autoren des zu Wochenbeginn erschienenen Buchs „Nur die Wahrheit rettet“ keinen Zugang zu den vatikanischen Archiven gehabt hätten.

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Sie legten zudem, so Graulich, die ihnen bekannten Dokumente in einer Art und Weise aus, die ihre Grundthese vom Versagen Ratzingers bei der Missbrauchsbekämpfung belegen solle. „Dabei gelingt es ihnen nicht, die Zusammenhänge korrekt herzustellen, wie sie aus den Archiven deutlich hervorgehen und die Dokumente in den Kontext der allgemeinen Gesetzgebung der Kirche und deren organischen Entwicklung einzuordnen“, so der Kirchenrechtler.

Nicht überzeugend

Besonders die Kritik an Joseph Ratzinger während seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation könne nicht überzeugen. „Wenn die Autoren in ihrem Buch durchgängig Kardinal Ratzinger und die Kongregation gleichsetzen, unterläuft ihnen ein weiterer kapitaler Fehler. Die Ergebnisse der Glaubenskongregation werden von vielen Beratungen und langwierigen, man könnte sagen synodalen Prozessen bestimmt, in denen viele mitreden“, betonte Graulich.

In ihrem Buch „Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“ (Piper) behaupten die Autoren, dass Joseph Ratzinger die routinemäßige Vertuschungspraxis der Kirche nicht nur stillschweigend geduldet, sondern sie als Teil einer konsequent durchdachten religiösen Ideologie selbst stetig praktiziert und gefördert habe. DT/om

Lesen Sie das ganze Interview und eine Rezension des Buches in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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