Freiburg/ Budapest

Kardinal Erdö: In Ungarn kein Wunsch nach Interkommunion

Der Erzbischof von Budapest beobachtet in Ungarn kein großes Interesse an der Interkommunion. Das Verhältnis zwischen den verschiedenen Konfessionen und Religionen sei generell aber sehr gut. In Budapest findet im September der 52. Internationale Eucharistische Kongress statt.
Kardinal Péter Erdö
Foto: imago stock&people | Anlässlich des 2. Ökumenischen Kirchentages in München (12. bis 16.05.2010) zelebriert Kardinal Péter Erdö, damaliger Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz St.

Der Budapester Erzbischof, Kardinal Péter Erdö, hält die beim Ökumenischen Kirchentag praktizierte wechselseitige Teilnahme an Abendmahl und Eucharistie von katholischen und evangelischen Christen in Ungarn für kein Thema. Das äußerte Kardinal Erdö im Interview mit der Herder Korrespondenz anlässlich des Internationalen Eucharistischen Kongresses.

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Ökumene und interreligiöse Beziehungen generell gut

„Von Seiten der reformierten Kirche und der Orthodoxen besteht bei uns in Ungarn kein Wunsch einer Interkommunion, die der vollen Einheit der Kirche vorangeht“, so der Kardinal. „Von der Seite einiger evangelisch-lutherischer Christen nehmen wir eine solche Tendenz wahr, sie ist aber eher sporadisch.“ Die eucharistische Gemeinschaft sei nach der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils einerseits „Quelle der Einheit der Christen“, andererseits „Ausdruck der vollständigen Gemeinschaft“. In diesem Spannungsfeld stünden „alle legitimen Lösungen“.

Die Beziehungen zwischen den Konfessionen und Religionsgemeinschaften in Ungarn sieht Erdö generell aber sehr positiv: „Dieses Verhältnis ist Gott sei Dank hervorragend!“, so der Budapester Erzbischof. Allerdings sei den Gläubigen auch bewusst, dass diese Beziehungen kein allein menschlicher Verdienst seien. Deswegen betont Kardinal Erdö: „Wir sollen dafür beten.“

Erneuerung durch echte Umkehr

Durch ein besonderes Gebet werde außerdem seit Jahren der 52. Internationale Eucharistische Kongress vorbereitet, der im September in Budapest stattfinden soll. „Darin beten wir darum, dass der Eucharistische Kongress eine geistliche Erneuerung unserer Stadt, unseres Volkes, Europas und der ganzen Welt bringe. Diese Erneuerung bedeutet sicherlich nicht nur die Belebung der herkömmlichen Formen der Religiosität, sondern eine echte Umkehr, die allein der Ausgangspunkt einer Neuevangelisierung sein kann.“ Papst Franziskus kündigte seine Teilnahme an dem Kongress bereits an.  DT/ vwe

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