Zaitzkofen/Stuttgart

Gott hat seine eigene Zeit

Der Regens der Piusbruderschaft wechselt am 15. August nach Stuttgart. Der Priester hofft auf eine Lösung für die Bruderschaft in der Kirche.
Priesterseminar Zaitzkofen
Foto: Armin Weigel (dpa) | Regens P. .Schmidtberger verlässt das Priesterseminar der Piusbruderschaft in Zaitzkofen (Bayern) und geht nach Stuttgart.

Pater Franz Schmidberger FSSPX hat das Amt des Regens des Priesterseminars von Zaitzkofen niedergelegt und und wechselt am 15. August nach Stuttgart. Auch wenn die Priesterbruderschaft nicht von Rom anerkannt worden sei, gebe es eine Annäherung. Er sei überzeugt davon, dass die Bruderschaft eines Tages anerkannt werde und wappne sich in Geduld.

Eine Lösung angestrebt

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Gott habe seine eigene Zeit - „auf die warte ich“. Die Kontakte zu Mons. Patrick Descourtieux, Vatikan-Beauftragter für den Dialog mit der Bruderschaft und Mitarbeiter der römischen Glaubenskongregation, bezeichnete Schmidberger als „gut“. Descourtieux lege großen Wert darauf, dass eine Lösung erreicht werde. Solange erwartet werde, dass die Priesterbruderschaft das „ganze Konzil ohne Wenn und Aber“ anerkenne, könne es allerdings zu keiner Lösung kommen.  Das grundsätzliche Interesse „für eine Regelung des Problems“ sei jedoch bei allen Mitgliedern der Bruderschaft vorhanden.

Rücknahme der Exkommunikation

Auf die Frage, welche kirchlichen Ereignisse in den vergangenen vierzig Jahren aus seiner Sicht die wichtigsten gewesen seien, antwortete er: „Ein wichtiger Schritt vorwärts war die Veröffentlichung des Motu proprio Summorum pontificum von 2007, die Rücknahme der Exkommunikation gegen die Bischöfe der Bruderschaft sowie deren Konsekration am 30. Juni 1988 “. Positiv wertet Schmidberger auch den Sinneswandel einiger Prälaten der katholischen Kirche bezüglich der Einordnung des Konzils. Diese kämen "langsam dahinter, dass nicht ein Frühling eingetreten ist, sondern ein bitterer Winter – dass hier Dinge falsch gelaufen sind und dass eine Korrektur erfolgen muss“. Schmidberger zitierte den verstorbenen Kardinal Alfons Maria Stickler SDB (1910-2007): „Selbstverständlich bedarf das Zweite Vatikanische Konzil einer Korrektur – und ihr könnt an dieser Korrektur mitarbeiten“.

Kein Sedisvakantismus

Schmidberger grenzte die offizielle Linie der Priesterbruderschaft vom Sedisvakantismus ab. Aus diesem Grund hätten einige Mitglieder, denen „die Bruderschaft zu liberal gewesen sei und die dem Sedisvakantismus zuneigten“ diese verlassen. Schmidberger räumte ein, dass innerhalb der gut 670 Mitglieder zählenden Gemeinschaft verschiedene Auffassungen herrschten und national unterschiedliche Akzente gesetzt würden.

 

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