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„Gewalt gegen Frauen ist Schändung Gottes“

Mutterschaft, Friede und die Nöte Roms: Die Appelle von Papst Franziskus zum Jahreswechsel.
Papst Franziskus hält das Angelusgebet am Neujahrstag 2020
Foto: Gregorio Borgia (AP) | Mit Gedanken über die Würde der Frau hat Papst Franziskus in Rom das Neue Jahr eröffnet.

Mit Gedanken über die Würde der Frau hat Papst Franziskus in Rom das Neue Jahr eröffnet. Die Katholische Kirche begeht den 1. Januar als Hochfest der Gottesmutter Maria und seit 1968 zugleich als Weltfriedenstag. Bei seiner Predigt am Mittwochmorgen in der Petersbasilika erinnerte Franzsikus daran, dass „die Wiedergeburt der Menschheit“ in Jesus Christus mit einer Frau, mit Maria, begonnen habe. Die Frauen seien Quellen des Lebens. „Und doch werden sie ständig beleidigt, geschlagen, vergewaltigt, dazu gebracht, sich zu prostituieren oder das Leben in ihrem Schoß auszulöschen. Jede Gewalt an der Frau ist eine Schändung Gottes, der von einer Frau geboren wurde“, sagte der Papst bei der Festmesse zum Hochfest der Muttergottes, an der auch Sternsinger aus dem Bistum Aachen teilnahmen. Wie oft, fuhr Franzsikus fort, werde der Leib der Frau „auf den profanen Altären der Werbung, des Gewinns und der Pornographie geopfert, ausgebeutet wie ein Nutzobjekt. Er muss vom Konsumismus befreit werden, er muss geachtet und geehrt werden; er ist das edelste Fleisch der Welt, er hat die Liebe, die uns gerettet hat, empfangen und zur Welt gebracht! Auch heute wird die Mutterschaft gedemutigt, weil das einzige Wachstum, das interessiert, das Wirtschaftswachstum ist.“

Märsche der Kirche für den Frieden

Beim anschließenden Gebet des Angelus erinnerte der Papst die anwesenden Gläubigen auf dem Petersplatz nochmals an die zentrale Aussage seiner Friedensbotschaft zum 1. Januar: „Der Friede ist ein Weg der Hoffnung, ein Weg, auf dem man durch den Dialog, die Wiederversöhnung und die ökologische Bekehrung voranschreitet.“ Zum Neujahrstag fanden in Italien auch mehrere Friedensmärsche statt. Der von der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio initiierte Marsch in Rom endete mit der Teilnahme am Mittagsgebet des Papstes auf dem Petersplatz. Einen besonderen Gruß richtete Franziskus nach dem Angelus an alle Initiativen für den Frieden, die die Ortskirchen, die kirchlichen Vereinigungen und Bewegungen an diesem Friedenstag organisiert hätten: Treffen des Gebets und der Brüderlichkeit zusammen mit Gesten der Solidarität mit den Ärmsten. 

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Rom, die Stadt mit Problemen

Einen besonderen Gedanken an seine Bischofsstadt Rom hatte Franziskus am Vorabend bei der Feier der Vesper im Petersdom gewidmet. An dem Gottesdienst nahm auch Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi teil, die Franzsikus nach der Vesper als einzigen Ehrengast persönlich begrüßte. Gott verändere die Geschichte nicht durch die mächtigen Männer der zivilen und religiösen Institutionen, sagte der Papst, sondern durch die Frauen am Rande des Imperiums, wie Maria und Elisabeth. Und so wolle er alle Römer ermutigen, für den Frieden in der Stadt zu arbeiten. „Ich denke an all die mutigen Menschen, Gläubige wie Nichtgläubige, die ich in diesen Jahren getroffen habe, und die das ,pulsierende Herz’ der Stadt sind.“ Rom sei nicht nur eine komplizierte Stadt mit vielen Problemen, Ungleichheiten, Korruption und sozialen Spannungen. Rom sei auch eine Stadt, in die Gott sein Wort sende, das durch den Geist in den Herzen der Einwohner nistet und sie zum Glauben, zur Hoffnung trotz allem, zur Liebe und zum Kampf für das Wohl aller Menschen ansporne. 

DT

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