Washington

George Weigel verteidigt Eucharistie-Dokument der US-Bischöfe

Eine politische Deutung des jüngst von den US-Bischöfen beschlossenen Lehrdokuments zur Eucharistie weist der konservative US-Theologe George Weigel zurück. Stattdessen wollten die US-Oberhirten das Bewusstsein für die Lehre der Kirche schärfen.
US-Debatte um Kommunionempfang
Foto: Caroline Seidel (dpa) | Die US-Bischöfe, schreibt Weigel in einem Kommentar, der dieser Zeitung vorliegt, seien schon seit einiger Zeit entschlossen, ein "umfassendes Programm zur eucharistischen Erziehung in der Kirche" in die Wege zu leiten.

Der konservative amerikanische Theologe George Weigel hat das von den US-Bischöfen geplante Lehrdokument zur Eucharistie verteidigt. Gleichzeitig wies er die Lesart zurück, dabei handele es sich um einen politischen Schritt, der nur darauf abziele, katholischen Politikern, die Abtreibung befürworten, die Kommunion zu verweigern.

Defizit im Eucharistie-Verständnis

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Die US-Bischöfe, schreibt Weigel in einem Kommentar, der dieser Zeitung vorliegt, seien schon seit einiger Zeit entschlossen, ein „umfassendes Programm zur eucharistischen Erziehung in der Kirche“ in die Wege zu leiten. Die große Mehrheit der amerikanischen Oberhirten sei in diesem Unterfangen nur noch einmal bestärkt worden durch die Tatsache, dass viele hochrangige Politiker, die der kirchlichen Lehre in manchen Aspekten nicht folgen würden, dennoch zur Kommunion vorträten, „als wären sie in vollumfänglicher Gemeinschaft mit der Kirche“. 

Den amerikanischen Gläubigen im Allgemeinen attestiert der Publizist ein gewisses Defizit im Verständnis für die Bedeutung der Eucharistie. Wenn Politiker die Kommunion empfingen, die gegen die Lehre der Kirche handelten, werde dieses Phänomen nach Ansicht Weigels noch einmal verstärkt. Denn die Bischöfe hätten bislang versagt, sich mit jenem Widerspruch auseinanderzusetzen und stattdessen den Eindruck vermittelt, „dass die Kirche nicht wirklich meint, was sie über den heiligen Charakter der Eucharistie lehrt“.

Weigel: Lehrdokument ist nicht politischer Natur

Wer die Ansicht vertrete, die Debatte um das Lehrdokument zur Eucharistie, dessen Ausarbeitung die US-Bischofskonferenz am Ende ihrer Frühjahrsvollversammlung beschlossen hatte, sei politischer Natur, „ist entweder falsch informiert oder leitet die Kirche und leichtgläubige Medien absichtlich fehl“. Bedenken über die „eucharistische Integrität“ der Kirche würden über die Inkohärenz katholischer Politiker hinausgehen, die so handelten, als würden die festen Überzeugungen der Kirche in Fragen des Lebensschutzes und der Würdigkeit zum Kommunionempfang nicht existieren.

Das Bewusstsein für die Lehre der Kirche und die Bedeutung der Eucharistie zu schärfen seien nach Auffassung Weigels die eigentlichen Gründe für die Entscheidung der US-Bischöfe, ein Lehrdokument zur Eucharistie auszuarbeiten. Dieses werde der gesamten Kirche Klarheit verschaffen, „weshalb wir eine eucharistische Gemeinschaft sind, was die Eucharistie in Wahrheit ist, was der Empfang der Eucharistie bedeutet, und warum jedes Kirchenmitglied sein Gewissen erforschen sollte, bevor er Christus in dem Sakrament empfängt“.  DT/mlu

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