Salzburg

"Erneuern wir die Sehnsucht nach Gott"

Zum Beispiel Salzburg: Erzbischof Franz Lackner appelliert, auf den Heiligen Geist zu hören.
Franz Lackner, Erzbischof von Salzburg
Foto: Stephan Baier | Erzbischof Lackner ruft die Katholiken dazu auf, "offen, ansprechbar und sprachfähig zu bleiben", mit Freimut zu sprechen und mit Demut zuzuhören.

Mit einer feierlichen Vesper im Salzburger Dom hat der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Salzburg, Franz Lackner, am Sonntagabend den synodalen Prozess für seine Diözese eröffnet. Mit seiner Initiative sei es "Papst Franziskus wieder gelungen, die Christenheit zu überraschen", sagte Lackner. Im Kern gehe es dabei um das Wesen der Kirche. Bei der nun beginnenden Befragung der Gläubigen stünden weniger Umfragen und Meinungen im Mittelpunkt als vielmehr das Hören auf den Heiligen Geist und die Glaubenserfahrungen auf allen Ebenen.

Offen, ansprechbar und sprachfähig  bleiben

Erzbischof Lackner rief in seiner Predigt die Katholiken dazu auf, "offen, ansprechbar und sprachfähig zu bleiben", mit Freimut zu sprechen und mit Demut zuzuhören. Auch der Stille solle Raum gegeben werden, forderte Lackner unter Berufung auf den im Vorjahr verstorbenen Exegeten Klaus Berger. Alle sollten in Gesammeltheit hinhören auf das Wort Gottes. "Erneuern wir die Sehnsucht nach Gott!", so der Appell des Salzburger Erzbischofs. Einzelne und Gruppen können nun bis 7. Dezember ihre Sichtweise in spezifisch formulierten Umfragen artikulieren. Die Fragebögen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Gruppen sind im Internet unter www.eds.at/synodale-kirche abrufbar. Ende Januar wird es in Salzburg nach Auswertung aller Eingaben zu einer Diözesanversammlung kommen.

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Mehrfach betonte Erzbischof Franz Lackner, dass er den synodalen Prozess "als eine Art Rechenschaftslegung" nach acht Jahren an der Spitze der Erzdiözese Salzburg betrachte. In einem Hirtenwort meinte er dazu: "Jetzt gilt es, für unsere Zeit nicht nur den Boden neu zu bereiten, sondern auch zu säen, auf dass Andere ernten können."

In einem aktuellen Hirtenbrief der österreichischen Bischöfe heißt es, der Papst wünsche, "dass sich das gesamte Volk Gottes an der Synode beteiligt", darum schicke er "die ganze katholische Kirche auf einen zweijährigen Weg". Eine zentrale Frage laute hierbei: "Wie können wir die Hoffnungsbotschaft Jesu Christi heute leben, dass sie als Licht für unsere Welt wahrgenommen wird?" Man wolle nicht nur auf die hören, die bereits in und mit der Kirche unterwegs seien, sondern auch auf jene, "die uns sympathisch und kritisch beobachtend gegenüberstehen". Das Ziel sei eine Kirche, "die innerhalb einer verunsicherten, vielfach verwundeten Zeit und Gesellschaft besser als bisher Gemeinschaft aufbauen kann, Teilhabe ermöglicht und ihre Sendung im Sinne der Frohbotschaft Jesu mit neuer Freude lebt".

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