"Courage International"

Der Heilige Joseph als Vorbild für Menschen mit gleichgeschlechtlicher Anziehung

Der Heilige Joseph als Vorbild der Keuschheit? Die internationale Konferenz des Vereins „Courage International“ zeigt, was der Heilige den Menschen des 21. Jahrhunderts über Liebe zu sagen hat.
Josef und Maria
Foto: imago stock&people | Die Keuschheit des heiligen Josefs habe es ihm ermöglicht, sich ganz Maria und Gott hinzugeben, meint der Geschäftsführer von „Courage International“, Philip Bochanski.

Was hat der heilige Josef den Menschen im 21. Jahrhundert über die Liebe zu sagen? Die 34. Jahreskonferenz von „Courage International“, einer Initiative, die sich als „katholisches Apostolat für Menschen mit gleichgeschlechtlicher Anziehung“ versteht, stellte den Nährvater Jesu im Josefsjahr als Vorbild für die Tugend der Keuschheit kürzlich in den Mittelpunkt ihrer Jahreskonferenz in Atchison, Kansas.

Romantische Liebe ist Vorstufe der höheren Liebe

Lesen Sie auch:

Erzbischof Joseph Naumann von Kansas City erläutert auf Anfrage der „Tagespost“ die Zielsetzung der Konferenz: „Jeder von uns hat eine Wahl zu treffen, einen Weg zu gehen und ein ewiges Schicksal anzunehmen.“ Die Teilnahme an der Jahreskonferenz biete die Möglichkeit, den heiligen Josef als ein Modell für mutige Liebe anzusehen – gemäß dem Wort des heiligen Augustinus: „Sich in Gott zu verlieben, ist die größte aller Romanzen, Ihn zu suchen das größte Abenteuer, Ihn zu finden die größte menschliche Errungenschaft.“ Die Liebe, die Jesus gelehrt und gelebt habe, so der Erzbischof weiter, „steht im Gegensatz zu den gängigen Vorstellungen von Liebe in unserer Gesellschaft. Die romantische Liebe soll uns motivieren und inspirieren, nach der höheren und reineren Form der echten Liebe zu streben – der Liebe, die Jesus auf Golgatha vorgelebt hat.“ Die Liebe, die Jesus offenbare und zu deren Nachahmung die Menschen aufgerufen seien, sei nicht einfach. Diese Liebe könne jedoch unter allen Umständen und Bedingungen des Lebens gelebt werden, „denn bei Gott ist nichts unmöglich.“

Ein Priester ist der Geschäftsführer 

Philip Bochanski, Diözesanpriester von Philadelphia und seit 2017 Geschäftsführer von „Courage International“, bestätigt diese Haltung: „Wir werden erst zu dem, was wir sind, wenn wir uns hingeben. Es ist die Gabe des Selbst, die uns zeigt, wer wir wirklich sind.“ Der Mensch, insbesondere in der modernen Welt, könne das sexuelle Verlangen im Alltag als einen sehr mächtigen und manchmal überwältigenden Einfluss auf seinen Verstand und sein Herz erleben. Es sei leicht zu glauben, dass das sexuelle Verlangen, weil es so stark sei, der wichtigste Aspekt des Lebens sei, der bestimmt, wer der Mensch sei, was er tun solle.

Der Mensch hat eine weibliche oder männliche Identität

Wörtlich stellt Bochanski fest: „Nach unserem Glauben ist dies jedoch nicht der Fall: Die Sexualität steht im Dienst der Berufung zur Liebe in der Nachfolge Gottes, die dem Menschen eine männliche oder weibliche Identität verleiht. Es gebe einen Plan für sexuelles Begehren, der von Gott auf das andere Geschlecht ausgerichtet sei; daher könne das Handeln auf der Grundlage des Begehrens nach dem gleichen Geschlecht „nicht zu wahrem Glück führen, das nach dem göttlichen Plan für uns vorgesehen ist. Die Tugend der Keuschheit verlangt, dass wir unsere Begierden im Blick behalten und uns nur so verhalten, dass sie zu Heiligkeit und Erfüllung führen.“

Gegenüber der Nachrichtenagentur CNA hob Bochanski die Bedeutung des heiligen Josef für „Courage International“ hervor: „Der heilige Josef ist ein Vorbild, eine Ermutigung und ein Fürsprecher für unsere Mitglieder, die sich bemühen, sich aufrichtig zu verschenken und als Jünger viel Frucht zu bringen.“ Die Keuschheit des heiligen Josefs habe es ihm ermöglicht, sich ganz Maria und Gott hinzugeben. „Als sich Josef seiner Berufung immer bewusster wurde, war er bereit, den intimen sexuellen Ausdruck der Liebe in seinem Eheleben zu opfern, damit er alle anderen Pflichten eines Ehemannes mit größerer Hingabe und Selbstaufopferung leben konnte“, so der „Courage International“-Geschäftsführer.

Die fünf Ziele von "Courage International"

Keuschheit gehört – zusammen mit Gebet und Hingabe, Begleitung, Unterstützung sowie gutes Beispiel – zu den „Fünf Zielen des Apostolates“ von „Courage International“. Erzbischof Naumann ermutigte die Mitglieder von „Courage International“ in seiner Predigt dazu. Sie seien ein wichtiges Zeugnis für die ganze Kirche: „Ich danke Ihnen für Ihren heldenhaften Mut, mit dem Sie sich in diesen Dienst stellen.“

Den Angaben des Veranstalters zufolge nahmen 240 Präsenz- und 480 virtuelle Teilnehmer an der Konferenz teil; sie kamen aus den Vereinigten Staaten und aus mehr als 20 anderen Ländern. Für Präsenz-Teilnehmer bestand die Möglichkeit, täglich die heilige Messe zu besuchen. Angeboten wurden im Rahmen der Konferenz ebenfalls Beichtgelegenheiten und eucharistische Anbetung.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
"Schweißtuch der Veronika"
Kolumne
Gedanken zum Menschenbild Premium Inhalt
Erschöpft sich das christliche Menschenbild unserer Zeit im spröden Aufruf zu Solidarität, Subsidiarität und Klimaschutz? Dieser Frage geht unser Kolumnist Peter Schallenberg nach.
24.08.2021, 13  Uhr
Peter Schallenberg
Themen & Autoren
José García Gebete Glück Heiligtümer Jesus Christus Katholizismus Liebe Mut Sexualität Tugenden Verliebt sein

Kirche