Yangon

Coronakrise: Kardinal geißelt das Verhalten der chinesischen Kommunisten

Die Kommunistische Partei Chinas ist für die weltweite Ausbreitung von COVID-19 verantwortlich – Kardinal Charles Bo greift in einem Kommuniqué das Versagen Pekings in der Coronakrise scharf an.
Kardinal Charles Maung Bo
Foto: Jay Rommel Labra (EPA) | Kardinal Charles Maung Bo übt scharfe Kritik an der KPCh in der Coronakrise.

Schwere Vorwürfe gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) erhebt Kardinal Charles Bo, der Erzbischof des birmanesischen Yangon, auf seiner Webseite. Der Purpurträger wirft der chinesischen Regierungspartei vor, die Hauptverantwortliche für die Verbreitung des Coronavirus in der ganzen Welt zu sein: „aufgrund dessen, was sie getan und was sie nicht getan hat“. Verantwortlich sei die KPCh und nicht das chinesische Volk, „und niemand sollte auf diese Krise gegenüber den Chinesen mit Rassenhass reagieren“. Denn das chinesische Volk sei das erste Opfer dieses Virus gewesen, „ganz so, wie es seit langem der Hauptleidtragende seines repressiven Regimes ist“. Daher verdiene das Volk unsere Sympathie, unsere Solidarität und unsere Unterstützung.

Seitdem das Virus zum ersten Mal aufgetaucht ist, hätten die chinesischen Behörden Informationen verschwinden lassen: „Anstatt ihre Bevölkerung zu schützen und die Ärzte zu unterstützen, hat die KPCh denjenigen einen Maulkorb angelegt, die darüber informiert hatten“. Ärzte, die Alarm schlagen wollten, wie Doktor Li Wenliang vom zentralen Krankenhaus in Wuhan, der seine Kollegen am 30. Dezember warnte, wurden aufgefordert, nicht mehr „falsche Informationen“ zu verbreiten. Der 34-jährige Augenarzt starb wenig später an einer Corona-Infektion.

Lügen und Propaganda

Junge Journalisten, die versuchten, Nachforschungen über das Virus anzustellen, seien verschwunden. Zu ihnen gehören Li Zehua, Chen Qishi und Fang Bin, von denen man annimmt, dass sie einfach nur aus dem Grund verhaftet wurden, weil sie die Wahrheit gesagt hatten.
Doch „nachdem die Wahrheit ans Licht gekommen war, wies die KPCh die ersten Hilfsangebote zurück“, schreibt der Kardinal weiter. Das amerikanische Zentrum für Krankheitskontrolle und -Verhütung sei von Peking mehr als einen Monat lang ignoriert worden und sogar „die WHO, die ja eng mit dem chinesischen Regime zusammenarbeitet, wurde zunächst außen vor gelassen“. Doch vor allem gebe es „diese tiefe Besorgnis, dass die offiziellen Statistiken des chinesischen Regimes das Ausmaß der Infektion innerhalb Chinas signifikant herunterspielen. In der Zwischenzeit hat die KPCh die amerikanische Armee beschuldigt, die Pandemie verursacht zu haben. Lügen und Propaganda haben Millionen von Menschenleben auf der ganzen Welt in Gefahr gebracht“. 

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Das Verhalten der KPCh sei symptomatisch für ihren immer repressiver werdenden Charakter. So sei in den letzten Jahren die Meinungsfreiheit in China immer stärker unterdrückt worden: „Anwälte, Blogger, Dissidenten und Aktivisten der Zivilgesellschaft wurden verhaftet und sind verschwunden“. Vor allem habe das Regime eine Kampagne gegen die Religion gestartet, „die zur Zerstörung von Tausenden von Kirchen und Kreuzen geführt hat“. Sir Geoffrey Nice, der in London einem unabhängigen Gericht vorsitzt, beschuldige die KPCh der Zwangsentnahme von Organen von Häftlingen. 

Die KPCh muss die Wahrheit sagen

Durch ihren „unmenschlichen und unverantwortlichen Umgang mit dem Coronavirus“ habe die KPCh das bestätigt, was viele schon wussten: die Partei „ist eine Bedrohung für die Welt“. Sie müsse sich nicht nur bei allen Menschen entschuldigen und die von ihr verursachten Schäden ersetzen: „Wir dürfen keine Angst davor haben, von diesem Regime zu fordern, Rechenschaft abzulegen“, insistiert der Kardinal. Denn die Christen glauben: „die Wahrheit wird euch frei machen“. Wahrheit und Freiheit seien die beiden Säulen, auf denen alle unsere Staaten sichere und starke Grundlagen schaffen müssten.

DT/ks

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