Vatikanstadt/Bonn

Apostolischer Nuntius: Papst warnt vor falschem Synodalitätsverständnis

Papst Franziskus warnt: Die Kirche dürfe sich nicht als eine beliebige demokratische Versammlung verstehen. Darauf weist der Apostolische Nuntius in Deutschland in seinem Grußwort zur DBK-Frühjahrsvollversammlung hin. Hauptakteur der Synodalität sei der Heilige Geist, so Franziskus.
Papst Franziskus
Foto: Guglielmo Mangiapane (Pool Reuters/AP) | Im Hinblick auf die Reformdisskussionen innerhalb der Kirche in Deutschland verwies Eterovic auf Papst Franziskus, der den Heiligen Geist als „Hauptakteur der Synodalität“ betrachte.

Der Apostolische Nuntius in Deutschland,Erzbischof Nikola Eterovic, hat in seinem Grußwort zum Auftakt der digitalen Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) die Krise der katholischen Kirche in den Mittelpunkt gerückt. Die Kirche habe weiterhin Schwierigkeiten, „in einem neuen Aufbruch der Evangelisierung angemessene Antworten auf die Ausbreitung des Säkularismus, das schmerzvolle Thema des sexuellen Missbrauchs sowie die fortdauernden Kirchenaustritte zu finden“.

Synodalität heißt nicht, wie ein Parlament

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Im Hinblick auf die Reformdisskussionen innerhalb der Kirche in Deutschland verwies Eterovic auf Papst Franziskus, der den Heiligen Geist als „Hauptakteur der Synodalität“ betrachte. Der Nuntius zitiert den Papst folgendermaßen: „Ohne die Gnade des Heiligen Geistes, selbst wenn man beginnt, die Kirche synodal zu denken, wird sie sich, anstatt sich auf die Gemeinschaft in der Gegenwart des Geistes zu beziehen, als eine beliebige demokratische Versammlung verstehen, die sich aus Mehrheiten und Minderheiten zusammensetzt. Wie ein Parlament, zum Beispiel: und das ist nicht die Synodalität.“ Allein die Gegenwart des Heiligen Geistes mache den Unterschied.

Eterovic beruft sich weiter auf Papst Franziskus, nach dessen Aussage die Krise der katholischen Kirche „akzeptiert und angenommen“ werden müsse „als eine Zeit der Gnade (…), die uns gegeben ist, um Gottes Willen für jeden von uns und für die ganze Kirche zu verstehen“. Gleichzeitig erinnert der Nuntius an die Warnung des Papstes, die Kirche vorschnell nach den Krisen zu beurteilen, die durch die Skandale von gestern und heute verursacht worden seien.

Krise nicht als Konflikt betrachten

Darüber hinaus warnt Erzbischof Eterovic davor, die Krise als Konflikt zu betrachten: Während die Krise im Allgemeinen einen positiven Ausgang habe, insofern sie die Möglichkeit zum Wachstum bietet, „bleibt der Konflikt negativ“, so der Nuntius. Wie Papst Franziskus es formulierte, bringe der Konflikt „immer Auseinandersetzung, Wettstreit und einen scheinbar unlösbaren Antagonismus (hervor), bei dem die Menschen in liebenswerte Freunde und zu bekämpfende Feinde eingeteilt werden, wobei am Schluss nur eine der Parteien als Siegerin hervorgehen kann“.

Für die kirchliche Gemeinschaft, so der Nuntius, sei der Konflikt besonders schädlich. Auch hier beruft er sich wieder auf den Papst, der es folgendermaßen ausgedrückt habe: „Interpretiert man die Kirche nach den Kategorien des Konflikts – rechts und links, progressiv und traditionalistisch – fragmentiert, polarisiert, pervertiert man sie; man verrät ihr wahres Wesen.“

Eterovic erinnert auch an die Mahnung von Papst Franziskus, nicht „über andere zu klatschen“: Dies gelte nicht nur für die römische Kurie, so der Nuntius, denn „das Geschwätz hat negative Folgen“. Daher sei es nötig, „sich der Neuheit zu öffnen, zu welcher der Heilige Geist durch die Krise führt“. 

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