Vatikanstadt

25 Jahre Enzyklika „Ut unum sint“

Heute vor 25 Jahren veröffentlichte Papst Johannes Paul II. sein Schreiben zur Ökumene. Neben einer Erhebung des Status Quo bietet das Schreiben klare Arbeitsaufträge.
Seligsprechung Johannes Paul II.
Foto: KNA | Tapisserie mit Darstellung von Papst Johannes Paul II. am Petersdom.

Vor 25 Jahren veröffentlichte Papst Johannes Paul II. die Enzyklika „Ut unum sint“. In drei Kapiteln beschrieb der Papst damals den ökumenischen Auftrag der Kirche, wie er sich aus dem Ökumenedekret „Unitatis redintegratio“ des II. Vatikanischen Konzils ergibt. Neben einer Statusbeschreibung der Bestrebungen um die Einheit der Kirche zum Zeitpunkt der Abfassung enthält die Enzyklika, auch klare Vorgaben und Arbeitsaufträge für die Bestrebungen um die Einheit der Kirche. Der Vorsitzende der Ökumenekommission der DBK, Bischof Gerhard Feige, betont in einer Würdigung der Enzyklika, diese könne uns Ermutigung und Ansporn sein.

Fortschreibung der Lehrentwicklung

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Mit der Enzyklika führte Papst Johannes Paul II. die Lehrentwicklung des jüngsten Konzils dreißig Jahre nach dessen Ende auch in Fragen der Einheit der Kirche fort. Im Text der Enzyklika wird dem Gebet in der Ökumene eine Vorrangstellung eingeräumt. Als erster schrieb der Papst damals über eine "Ökumene der Märtyrer". Einer Ökumene des kleinsten gemeinsamen Nenners erteilte der Papst dagegen eine klare Absage. Nur in der Annahme der ganzen Lehre könne die Kirche ihre Einheit finden, betonte der Heilige. Während in Deutschland unter Ökumene in erster Linie der Dialog mit den Gemeinschaften der Reformation verstanden wird, den die Enzyklika auch erwähnt,  widmet sich "Ut unum sint"  sehr ausführlich dem Dialog mit den Kirchen des Ostens und den alten Kirchen des Orients. 

Arbeitsaufträge für die Ökumene

Mit dem Auftrag den Dialog auf Tradition und Lehre, Sakramente und Amt, sowie dem Lehramt Kirche und der Rolle der Gottesmutter in der Kirche zu fokussieren, zeigte Papst Johannes Paul II. die kommenden großen Themenkreise in ökumenischen Gesprächen auf. Das Novum der Enzyklika war die Einladung des Papstes zu einem Dialog über das Petrusamt als Dienstamt an der Einheit der Kirche.

 

DT/pwi

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