Vorbild für Priester in schwieriger Zeit

Der in Dachau umgekommene Märtyrer Georg Häfner wird am 15. Mai 2011 in Würzburg seliggesprochen

Würzburg (DT/KNA) In Würzburg wird am 15. Mai 2011 der im KZ Dachau umgekommene Märtyrer-Priester Georg Häfner (1900–1942) seliggesprochen. Dies kündigte Bischof Friedhelm Hofmann am Mittwoch am Grab des Geistlichen in der Kilianskrypta des Würzburger Neumünsters an. Zur Seligsprechungsfeier hat Erzbischof Angelo Amato sein Kommen angekündigt. Der Präfekt der Päpstlichen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse wird als offizieller Vertreter von Benedikt XVI. anwesend sein. Der Papst hatte Häfner 2009 offiziell als Märtyrer anerkannt. Für eine Seligsprechung von Märtyrern ist der Nachweis eines Wunders nicht erforderlich. Der aus Würzburg stammende Geistliche war im Zweiten Weltkrieg wegen seines unbeirrten Eintretens für die Kirche denunziert und im Oktober 1941 verhaftet worden. Zwei Monate später kam Häfner ins KZ Dachau, wo er nach großem Leiden an Krankheit, Unterernährung und Misshandlung am 20. August 1942 starb. Seine Urne wurde im Würzburger Hauptfriedhof beigesetzt, 1982 folgte die Überführung in die Neumünsterkirche. Das 1992 eingeleitete Bischöfliche Erhebungsverfahren zur Seligsprechung wurde im Mai 2002 abgeschlossen Danach gingen die Unterlagen zur Prüfung an die Selig- und Heiligsprechungskongregation nach Rom.

Der Würzburger Domdekan Günter Putz begleitete als Postulator den 25 Jahre dauernden Prozess. Er wertete es als positives Signal, dass in für Priester schweren Zeiten ein Pfarrer seliggesprochen werde. Bischof Hofmann nannte Häfner ein Vorbild. Der Priester habe gezeigt, dass es auch unter widrigen Umständen möglich sei, zu sich selbst und zur eigenen Lebensführung zu stehen. In Dachau habe er seinen Glauben bezeugt und sei sehr versöhnlich und für andere aufopfernd seinen Weg gegangen. Zur Vorbereitung auf die Seligsprechung soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden. Auch soll der diözesane Priestertag im Herbst in Oberschwarzach stattfinden, wo Häfner Pfarrer war. Das Münsterschwarzacher Egbert-Gymnasium studiert das szenische Oratorium „Häfner – eine Entscheidung“ von Peter Olschina und Markus Binzenhöfer ein. Es wird im März in Oberschwarzach und Würzburg gezeigt.

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