Veranstaltungen untersagt

Prager Kardinal verbietet Termine zu Homo-Festival in Pfarreien

Prag (DT/KNA) Der tschechische Kardinal Dominik Duka hat zwei Veranstaltungen zum Prager Homosexuellen-Festival „Prague Pride“ auf kirchlichem Boden untersagt. Der Prager Erzbischof begründete laut tschechischen Medienberichten das Verbot damit, dass die katholische Kirche einige Standpunkte der Teilnehmer und Organisatoren nicht teilen könne. Die Veranstalter der „Prague Pride“ vom 10. bis 16. August wollen mit ihrem mehrtägigen Festival auf die Rechte sexueller Minderheiten aufmerksam machen.

Der Prager Erzbischof erklärte demnach, zwar verfüge eine nicht zu übersehende Anzahl von Männern und Frauen über angeborene homosexuelle Neigungen, weshalb sie mit „Achtung, Mit- und Zartgefühl“ anzunehmen seien. Doch zugleich sei eine „homosexuelle Handlung innerlich ungeordnet“ und könne „nicht gutgeheißen werden“. Er halte es für unglücklich, diese Problematik auf kirchlichem Boden im Zusammenhang mit dem Festival zu thematisieren. Der bekannte tschechische Priester und Religionsphilosoph, Tomas Halik, stellte sich hinter den Kardinal bezüglich der „Prague Pride“. „Derartige Aktionen“ hätten einen „Sinn in Russland, wo die Homosexuellen Gegenstand der Verfolgung sind, aber schwerlich bei uns, wo niemand jemanden verfolgt“, sagte Halik. Homosexuellen sei mit vollem Respekt zu begegnen, aber der Bund der Ehe könne nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden.

Geplant waren ein Vortrag der US-amerikanischen Loretto-Schwester und Trägerin des „Mutter-Teresa-Preises“ Jeannine Gramick über „Schikanen inner- und außerhalb der Kirche“ sowie der polnische Film „Im Namen“ über die Lebensgeschichte eines homosexuellen katholischen Priesters. Beide Veranstaltungen waren vom christlichen Homosexuellenverein „Logos“ geplant worden und sollten in Pfarreien stattfinden. Der Verein zeigte sich nach der Absage enttäuscht und kündigte an, beide Termine andernorts durchzuführen.

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