„Vatileaks“: Vatikanjustiz ermittelt weiter

Rom (KNA/DT) Die vatikanische Justiz ermittelt weiter gegen mögliche Komplizen oder Hintermänner im Fall „Vatileaks“. Obwohl bislang keine Beweise für Mittäter des Papst-Butlers Paolo Gabriele vorlägen, würden die Untersuchungen fortgesetzt, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstag mit. Der Kammerdiener war am 6. Oktober nach einem einwöchigen Prozess wegen Diebstahls zu achtzehn Monaten Haft und zur Übernahme der Prozesskosten verurteilt worden. Sein Verhalten habe der Person des Papstes, den Rechten des Heiligen Stuhls, der Kirche und des Vatikanstaates Schaden zugefügt, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Urteilsbegründung. Lombardi sagte weiter, falls Gabriele seine Haftstrafe antreten müsse, dann nicht in einem italienischen, sondern in einem vatikanischen Gefängnis. Eine Begnadigung durch den Papst sei aber „möglich“ und „wahrscheinlich“. Die Prozesskosten, die Gabriele tragen muss, betragen laut Lombardi etwa tausend Euro. Der frühere Kammerdiener befindet sich gegenwärtig in seiner Wohnung im Vatikan unter Hausarrest. In der Urteilbegründung betont das Vatikangericht, dass der ehemalige Kammerdiener voll schuldfähig sei. Allerdings habe das Gericht den Antrag des Staatsanwaltes auf einen dauerhaften Ausschluss Gabrieles von verantwortungsvollen Positionen im Vatikan abgelehnt. Das Strafmaß sei zu gering, um ein solches Arbeitsverbot zu rechtfertigen. Am 5. November soll nach Angaben Lombardis im Vatikan das Verfahren gegen den Computertechniker Claudio Sciarpelletti beginnen. Sciarpelletti, Beschäftigter im vatikanischen Staatssekretariat, ist wegen Beihilfe zum Diebstahl angeklagt. Das Vatikangericht hatte seinen Prozess auf Antrag der Verteidigung von Gabrieles Verfahren abgetrennt.

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