Vatikanzeitung: kritisiert Obamas bioethischen Kurs

Vatikanstadt (DT/KNA) Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ hat den bioethischen Kurs des amerikanischen Präsidenten Barack Obama hart kritisiert. Obamas ethische Positionen wolle man nicht wertschätzen, erklärte das Blatt in einem kommentierenden Beitrag am Freitag. Zugleich wird in dem namentlich nicht gezeichneten Artikel betont, dass die katholischen Bischöfe in den Vereinigten Staaten gemeinsam mit dem Heiligen Stuhl konsequent für den Schutz des menschlichen Lebens einträten. Obama habe sich zwar dialogbereit gezeigt; doch in der Frage des Lebensschutzes könne es keine Kompromisse geben, betont das Blatt. In einem weiteren Artikel seiner Freitagsausgabe weist der „Osservatore“ darauf hin, dass die Zahl der Katholiken in den USA im vergangenen Jahr um gut eine Million auf über 68 Millionen zugenommen habe. 22 Prozent der Amerikaner seien katholisch; die Kirche betreibe landesweit 562 Krankenhäuser und mehr als sechstausend weiterführende Schulen. Hintergrund der Stellungnahme sind offenbar Irritationen über einen früheren Beitrag der Papst-Zeitung, der nach den ersten hundert Amtstagen Obamas erschien. Am 30. April hatte der „Osservatore“ den „Pregnant Women Support Act“ zur Unterstützung von Schwangeren gewürdigt. Ferner hob er positiv hervor, dass Obamas neue Leitlinien zur Stammzellforschung nicht die befürchtete radikale Liberalisierung bei der Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken gebracht habe. Diese Differenzierung hatten Kommentatoren so interpretiert, als vertrete der Vatikan gegenüber Obama eine kompromissbereitere Linie als die Mehrheit der nordamerikanischen Bischöfe. Diese kritisieren den Bioethik-Kurs des amerikanischen Präsidenten hart.

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