Vatikan will auf Cloyne-Report reagieren

Vatikanstadt (DT/KNA) Der Vatikan will sich „in angemessener Form und Zeit“ zu dem jüngsten Bericht über Missbrauch in der katholischen Kirche von Irland äußern. Das kündigte Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstag an. Zugleich wies Lombardi in einer persönlichen Erklärung, die er ausdrücklich nicht in seiner Eigenschaft als Vatikansprecher, sondern als Intendant von Radio Vatikan verfasste, den Vorwurf der Verschleierung zurück. Vor einer Woche hatte eine Untersuchungskommission über Kindesmissbrauch in der südirischen Diözese Cloyne den Vatikan und den damaligen Bischof John Magee (74) scharf kritisiert. Magee habe die von der Bischofskonferenz aufgestellten Kinderschutzrichtlinien missachtet. Eine langsame Reaktion des Vatikan auf die Vorwürfe habe die Täter noch unterstützt. Lombardi erklärte, der in dem Bericht als Beleg für eine zögerliche Reaktion aus dem Vatikan veröffentlichte Brief des damaligen Nuntius von 1997 an die Irische Bischofskonferenz habe in Einklang mit den rechtlichen Bestimmungen in Irland gestanden. Damals habe es noch keine gesetzliche Verpflichtung gegeben, zivile Behörden bei Missbrauchsfällen zu informieren. Unterdessen geht die Debatte in Irland weiter. Ein für Freitag geplantes Treffen mit Bildungsminister Ruairi Quinn zur Abfindung von Opfern sexuellen Missbrauchs droht am Widerstand einiger Orden zu scheitern. Eine Vereinbarung, wonach die Orden die Hälfte der Entschädigungs- und Gerichtskosten von 1,36 Milliarden Euro übernehmen sollten, habe es nicht gegeben.

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