Vatikan ruft europäische Bischöfe zur Mission auf

Tirana (DT/KNA) Erzbischof Rino Fisichella, Präsident des päpstlichen Rates zur Neuevangelisierung, hat die europäischen Bischöfe zu einer tiefgreifenden Glaubenserneuerung aufgerufen. Eine solche Mission dürfe sich nicht auf die Wiederbelebung einer religiösen Praxis beschränken; nötig sei eine „Analyse der Krankheit, um eine wirksame Therapie leisten zu können“, sagte Fisichella bei der Jahresvollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) am Freitag im albanischen Tirana. Der Kurienerzbischof wandte sich gegen Tendenzen, ein vom Christentum unabhängiges Europa zu errichten. „Das Christentum ist eine notwendige Voraussetzung, um die Geschichte und die Gegenwart unserer Länder schlüssig zu verstehen“, sagte Fisichella. Eine neutrale Haltung gegenüber der Religion sei „die schädlichste Methode, die man sich vorstellen kann. Für den Westen können die Religionen nicht alle gleich sein.“ Fisichella warnte vor „Treibsanden der Gleichmacherei“, die vor Unterscheidungen zwischen den Glaubensrichtungen abhielten. Mit religiöser Gleichgültigkeit lasse sich keine Antwort auf den Sinn des Lebens finden. Wichtig sei, den Menschen eine christliche Identität und ein Gefühl der Zugehörigkeit zur Kirche wiederzugeben. Für ein Modell zur Neuevangelisierung verwies er auf Projekte von Stadtmissionen in europäischen Metropolen. Als mögliche Angelpunkte der Mission nannte Fisichella die Bibel, Unterweisungen von Bischöfen an Taufbewerber, Familien und junge Menschen, ferner das Bußsakrament, die Lektüre der „Bekenntnisse“ des Kirchenvaters Augustinus und karitative Dienste.

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