Vatikan fordert klare Worte von Islamgelehrten

Vatikanstadt/Al-Hasaka (DT/KAP/KNA) Der Vatikan sieht muslimische Gelehrte in der Pflicht, energischer gegen den Terror im Namen ihrer Religion vorzugehen. Gewalt von Extremisten müssten sie „ohne Zweideutigkeiten verurteilen“, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in einem Interview der spanischen Wochenzeitung „Vida Nueva“ (Donnerstag). Es liege jetzt an den Gelehrten, einen Islam zu predigen, der keine extremistischen Interpretationen zur Rechtfertigung von Gewalt mehr zulasse, forderte die Nummer Zwei des Vatikan mit Blick auf die jüngsten Attentate in Istanbul und Jakarta. Als positives Beispiel verwies Parolin auf islamische Wortführer, die den Terror nach den Anschlägen von Paris im vergangenen November verurteilt hatten, und lobte auch die Solidaritätsbekundungen von einfachen Muslimen für die Opfer. „Vergessen wir nicht, dass der Großteil der Opfer des islamischen Extremismus selbst Muslime sind“, gab Parolin zu bedenken. Die Kirche müsse jetzt ihre Anstrengungen für den interreligiösen Dialog verdoppeln. Es sei Aufgabe der ganzen internationalen Gemeinschaft, sich den Terroristen entgegenzustellen. Das Mandat dazu könne aber nur vom UN-Sicherheitsrat kommen. In Nordsyrien waren kürzlich 16 assyrische Christen aus der Geiselhaft der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) entlassen worden. Wie der christliche Pressedienst Aina (Donnerstag) berichtete, waren unter den Freigelassenen in der Region Al-Hasaka auch acht Kinder. Ende Februar vergangenen Jahres hatten IS-Kämpfer mehrere assyrische und chaldäische Dörfer am Fluss Khabur überfallen und deren Bewohner verschleppt.

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24.09.2021, 10 Uhr
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