Vatikan beklagt Zunahme von Antisemitismus

Vatikanstadt (DT/KNA) Der Vatikan und führende Vertreter des Judentums haben sich besorgt über eine Zunahme von Antisemitismus und Christenverfolgungen geäußert. Judenfeindlichkeit nehme viele Formen an und sei nicht nur eine Bedrohung für Juden, sondern für die „Ideale der Demokratie“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Vatikanmitteilung im Anschluss an das 23. Treffen des Internationalen Katholisch-Jüdischen Liaison Komitees. Zu der dreitägigen Veranstaltung, die am Donnerstag in Warschau endete, waren Juden und Katholiken aus fünf Kontinenten angereist. Leiter des Komitees sind der Präsident der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, Kardinal Kurt Koch, und der Vorsitzende des Internationalen Jüdischen Komitees für interreligiöse Konsultationen, Martin Budd. Die Teilnehmer des Treffens betonten in der Mitteilung die Bedeutung von Bildung bei der Bekämpfung von Antisemitismus. Darüber hinaus verwiesen sie auf die steigende Zahl von verfolgten Christen, insbesondere in vielen Gebieten des Nahen Ostens und in Teilen Afrikas. Bei einer Gedenkveranstaltung im NS-Vernichtungslager Treblinka bekräftigte das Komitee die gemeinsame Verpflichtung, die Tragödie der Schoah nie in Vergessenheit geraten zu lassen und nie wieder „eine solche Verneinung der Menschlichkeit oder der Würde irgendeines menschlichen Wesens unabhängig von Rasse, Religion oder Volkszugehörigkeit“ zuzulassen. Das Internationale Katholisch-Jüdische Liaison Komitee wurde 1971 als Forum für den Dialog zwischen dem Heiligen Stuhl und der weltweiten jüdischen Gemeinschaft geschaffen. Die Treffen des Komitees finden alle zwei Jahre statt.

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