Vatikan: Autistische Kinder nicht ausgrenzen

Vatikanstadt (DT/KNA) Der Vatikan hat eine anhaltende Ausgrenzung autistischer Kinder angeprangert. Autismus sei ein Wort, das noch immer Angst mache und stigmatisiere, heißt es in einer Botschaft des päpstlichen Gesundheitsrates zum Welt-Autismus-Tag, der weltweit am Dienstag begangen wurde. Für die Betreffenden sei die Diagnose nach wie vor ein „unausgesprochenes Urteil zur endgültigen Entfernung aus der Gesellschaft“. Der Präsident des Rates, Erzbischof Zygmunt Zimowski, kritisierte das Vorurteil, autistische Kinder lebten „unter einer Käseglocke“ und seien nicht zur Kommunikation fähig. Kirchliche wie nichtkirchliche Einrichtungen und Personen müssten sich verstärkt um autistische Kinder kümmern. Mehr Aufmerksamkeit für Autisten verlangte er auch in Gottesdiensten und in der Glaubensunterweisung. Positiv merkte Zimowski an, in vielen Gesellschaften seien „erste Schritte zu einer Akzeptanz von Menschen mit Behinderungen festzustellen“. Der Welt-Autismus-Tag wurde 2008 von den Vereinten Nationen eingeführt und wird seither stets am 2. April begangen. Als frühkindlicher Autismus wird eine schwere Entwicklungsstörung bezeichnet, die in den ersten drei Lebensjahren beginnt. Autistische Kinder können zunächst weder Gesten noch Worte verstehen und reagieren auch nicht auf ein Lächeln. Auf Veränderungen in ihrer Umwelt reagieren sie mit starker Erregung. Nach Angaben des Vereins „Autismus Deutschland“ tritt diese Störung statistisch bei 1, 3 bis 2, 2 von tausend Kindern auf. Autismus nach dem dritten Lebensjahr wird von Medizinern als Asperger-Syndrom bezeichnet.

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