Uni Eichstätt beschließt Entwicklungsplan

Eichstätt (DT/KNA) Mit großer Mehrheit hat der Hochschulrat der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) einen Entwicklungsplan beschlossen. Dem 67-seitigen Zukunftskonzept stimmten zwölf Mitglieder des Gremiums bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen zu, wie der Hochschulratsvorsitzende Wilhelm Vossenkuhl am Montagabend mitteilte. Dies sei „ein erstaunlich gutes Ergebnis angesichts der heftigen Debatten, die geführt wurden“, sagte er. Das Papier muss noch vom Stiftungsrat des kirchlichen Trägers gebilligt werden, der Mitte Januar zusammentritt. Vossenkuhl würdigte die starke Beteiligung von Studierenden, Professoren und anderen Hochschulmitarbeitern an der Erstellung des Plans. Anfangs sei der Prozess „nicht ganz ideal gelaufen“, räumte der Münchner Philosophieprofessor ein. Nach Einschaltung eines externen Moderators habe sich jedoch vor allem in den vergangenen vier Monaten das Zusammengehörigkeitsgefühl nachhaltig verbessert. Die KU wolle durch eine Straffung des Studienprogramms ihre ohnehin schon sehr gute Betreuung der Studierenden noch einmal verbessern und sich damit erkennbar von den anderen Universitäten in Bayern absetzen. Ein Kernpunkt des Plans ist die Reduzierung der bisher acht Fakultäten auf fünf. Die Wirtschaftswissenschaften in Ingolstadt sollen unverändert bleiben, ebenso die Theologie in Eichstätt. Die beiden Fakultäten mit Fachhochschulcharakter (Soziale Arbeit und Religionspädagogik) werden zusammengelegt. Die übrigen vier Fakultäten verteilen sich künftig auf eine philosophische Fakultät und eine für Sozial- und Umweltwissenschaften. Forschung und Lehre sollen sich fakultätsübergreifend von vier Motiven und Perspektiven wie etwa „Der Mensch in der Schöpfung und im Geflecht von Staat und Natur“ leiten lassen. Außerdem wird ein „Forum für angewandte Ethik“ angestrebt, in dem reflektiert werden soll, was Wissenschaften können und dürfen. Ziel ist ferner die Entwicklung von Weiterbildungsangeboten für bestimmte Zielgruppen, etwa für Klinikpersonal. Ein zweisemestriges Studium generale mit philosophischen und theologischen Inhalten soll künftig für alle Studierenden verpflichtend sein. Dabei gehe es nicht nur darum, das Problembewusstsein der Studierenden zu erweitern, erläuterte Vossenkuhl. Investiert werde damit auch in ihre Persönlichkeitsentwicklung. In der neuen Struktur der Uni kommen so gut wie alle bisherigen Fächer unter. Einzig die Archäologie steht nach den Worten des Hochschulratsvorsitzenden zur Disposition.

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