Tagesheiliger: 24. Oktober: Der heilige Luigi Guanella

Der heilige Luigi Guanella
Foto: IN | Der heilige Luigi Guanella.

Der heilige Luigi Guanella entstammte einer kinderreichen Familie. Seine Wiege stand in dem Bergdorf Campodolcino in der Lombardei, wo er am 19. Dezember 1842 als neuntes von insgesamt 13 Kindern das Licht der Welt erblickte. Luigi verspürte schon früh den Ruf zum Priestertum.

Seit seiner Priesterweihe im Jahr 1866 in Como hat Guanella den Begriff „Nächstenliebe“ in all seinen Facetten zu seinem Leitmotiv gemacht. Dabei haben ihn insbesondere zwei Männer geprägt, die später heiliggesprochenen Priester Josef Benedikt Cottolengo sowie Don Bosco. Wie der eine sein Augenmerk auf Kranke und Behinderte richtete, wandte sich der andere der vernachlässigten Jugend seiner Zeit zu. Don Guanella ging 1873 nach Turin, um hier drei Jahre lang gemeinsam mit dem Gründer der Salesianer zu wirken. 1878 wurde er von seinem Bischof in seine Weihediözese zurückbeordert und zum geistlichen Vikar der Pfarrei Pianello Lario ernannt. Hier in Como sowie an anderen Orten gründete er ab 1886 „Häuser der göttlichen Vorsehung“, in denen Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen betreut wurden. Um den Fortbestand dieser karitativen Einrichtungen zu gewährleisten, rief er die Schwesternkongregation „Figlie di Santa Maria della Provvidenza“ (FSMP) („Töchter Mariens von der Vorsehung“), später auch noch gemeinsam mit seinem Gefährten David Albertario und Giuseppe Toniolo die Ordensgemeinschaft „Servi della Carita“ (SdC) („Diener der Liebe“, im Volksmund als Guanellianer bezeichnet) ins Leben.

Kein Leiden ließ den Salesianerpater gleichgültig: alte Menschen, bedürftige, wie körperlich und geistig behinderte Menschen, im Stich gelassene Jugendliche – allen brachte er sein aufrichtiges Interesse entgegen. Auch den italienischen Emigranten, die in die Vereinigten Staaten in der Hoffnung auf ein besseres Leben ausgewandert waren. Um sich über ihr oftmals bedauernswertes Schicksal in der neuen Heimat zu informieren, überquerte Don Guanella 1912 selbst den Atlantik. Ab dem darauffolgenden Jahr wurden Schwestern seiner Kongregation nach Chicago geschickt, um sich auch um sie zu kümmern.

Gleichzeitig hatte Don Guanella indes mit Anfeindungen von außerhalb zu kämpfen. Schließlich wirkte er in einer Epoche, die in Italien stark antiklerikal geprägt war. Er war Schikanen, Spott, Hohn und Ablehnung ausgesetzt, konnte jedoch auf die Unterstützung des seligen Mailänder Kardinals Ferrari und des heiligen Papstes Pius X. zählen.

Don Guanella starb am 24. Oktober 1915 im Alter von 72 Jahren. Er wurde am 25. Oktober 1964 von Papst Paul VI. zur Ehre der Altäre erhoben.

Bei seiner Ansprache anlässlich der Heiligsprechung, die am 23. Oktober 2011 in Rom stattfand, würdigte Papst Benedikt XVI. den „Samariter der Nächstenliebe“ als „geführt von der göttlichen Vorsehung“, der „zum Gefährten und Meister, zum Trost und zur Ermutigung der Ärmsten und Schwächsten“ wurde.

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