Tagesheiliger: 19. November 2015: Der heilige David von Augsburg

Von Katrin Krips-Schmidt
Foto: IN | David von Augsburg, Kupferstich von Carl Stengel OSB.
Foto: IN | David von Augsburg, Kupferstich von Carl Stengel OSB.

Der heilige David von Augsburg war einer der ersten Deutschen, der dem Franziskanerorden beitrat. Er wurde um 1200 oder auch 1210 in Augsburg geboren und war der Freund und Lehrer eines des bekanntesten Predigers des hohen Mittelalters, des Franziskaners Berthold von Regensburg (um 1210–1272).

David schloss sich dem Orden der Minderbrüder in Regensburg an, wo er in kurzer Zeit zum Novizenmeister avancierte. Dieses Amt bekleidete er von 1235 bis 1250. Von den Klarissen und Terziaren wurde er als Seelsorger hoch geschätzt, 1246 visitierte er die Kanonissenstifte Ober- und Niedermünster zu Regensburg. Seine im Konvent von Regenburg entstandenen, auf Latein oder Mittelhochdeutsch verfassten Schriften gelten als Klassiker der Mystik, David selbst wird als erster deutscher Mystiker bezeichnet. Sein Hauptwerk „De exterioris et interiosis hominis compositione secundum triplicem statum incipientium, proficientium et perfectorum libri tres“ (Über die Formung des inneren und äußeren Menschen), das als Unterweisungen für Novizen und Mönche gedacht war, weist den dreistufigen Weg zum christlichen Ideal der Vollkommenheit. Lange, bevor Thomas von Kempen (um 1380-1471) seine „Nachfolge Christi“ schrieb, war das aszetische Lehrbuch Davids eines der am meisten gelesenen Werke, das auf die Vertreter der Devotio moderna einen bedeutenden Einfluss ausübte.

David wirkte nach 1246 auch als Inquisitor gegen die Waldenser. Ab 1247 oder 1250 übersiedelte er nach Augsburg, wo er bis zu seinem Tod am 19. November 1272 im Barfüßerkloster lebte. Obwohl er als Heiliger verehrt wird, wurde er von der Kirche nie offiziell kanonisiert.

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