Tagesheiliger: 10. November: Der heilige Leo der Große

Von Katrin Krips-Schmidt

Der heilige Leo der Große lebte in äußerst schwierigen Zeiten. Er ist neben dem heiligen Gregor der einzige unter den Päpsten, dem der Beiname „der Große“ verliehen wurde (zuweilen trägt auch Papst Nikolaus I. (820–867) diesen ehrenvollen Titel). Und das ganz zu Recht, denn es handelt sich bei ihm tatsächlich um einen der größten Päpste, die das Amt Petri innehatten, spielte er doch in der Kirche eine bedeutende Rolle sowohl bei der Verteidigung des katholischen Dogmas als auch bei der erfolgreichen Abwehr der Hunnen.

Um 400 in der Toskana geboren, diente er als junger Mann bereits zwei Päpsten als Diakon: Papst Coelestin und Papst Sixtus III. Die Nachricht von seiner Wahl zum Stellvertreter Christi erreichte ihn, als er sich gerade auf einer politischen Mission in Gallien befand, so dass er erst 40 Tage später, am 29. September 440 den Thron Petri besteigen konnte. Vor und während seines Pontifikats wurde die Kirche von mehreren Häresien bedroht: Monophysitismus, Nestorianismus, Arianismus, Pelagianismus und Gnosis machten ihr zu schaffen. Unter seinem Pontifikat wurde 451 in Anwesenheit von 350 Bischöfen die bisher wichtigste Versammlung der Kirchengeschichte abgehalten: das Konzil von Chalcedon. Auf diesem Konzil wurde das Glaubensbekenntnis endgültig formuliert, das bis heute die Basis des katholischen Glaubens darstellt. Allen Irrlehren wurde damit eine Absage erteilt, die zuvor die Einheit von göttlicher und menschlicher Natur in Christus in Frage gestellt hatten. Es heißt, dass nach Verlesung des päpstlichen Beschlusses die Konzilsteilnehmer riefen: „Verflucht sei, wer anders glaubt! Petrus hat durch Leos Mund gesprochen!“

Ungefähr hundert

Predigten und etwa

150 Briefe des Papstes sind erhalten

Leo ordnete zudem die kirchlichen Strukturen neu und förderte damit die Autorität des römischen Primats. Zudem zeigte sich Papst Leo in seinen etwa noch 100 erhaltenen Predigten und 150 Briefen als wahrer Hirte seiner Herde.

Doch nicht nur auf dogmatischer innerkirchlicher Ebene hatte sich Papst Leo I. erfolgreich geschlagen und Siege errungen. Auch die Grenzen des Abendlandes verteidigte er entschlossen und furchtlos. Als das Weströmische Reich der Invasion der Barbaren keine Gegenwehr mehr leistete, war er es, der mit einer kleinen Gesandtschaft dem gen Rom anstürmenden gefürchteten Hunnenkönig Attila entgegenzog. In Mantua begegneten sich die beiden und tatsächlich gelang es Papst Leo, Attila zur Umkehr zu bewegen und damit Rom vor dem Untergang zu retten. Drei Jahre später standen die Vandalen vor den Toren Roms unter der Führung Geiserichs. Nun konnte Leo zwar nicht mehr die Zerstörung der Stadt abwenden, aber wenigstens die Zusage Geiserichs erhalten, dass seine Truppen Leib und Leben der Bürger Roms verschonten. Dennoch verschleppten die Vandalen tausende Römer als Geiseln und forderten für sie ein Lösegeld.

Papst Leo der Große starb am 10. November 461. Er wurde als erster Pontifex in der Vorhalle des Petersdoms beigesetzt. 1764 wurde er von Papst Benedikt XIV. zum Kirchenlehrer erhoben.

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