Tagesheilige: 15. Oktober: Heilige Thekla von Kitzingen

Von Katrin Krips-Schmidt
Foto: IN | Darstellung der heiligen Thekla im Würzburger Kiliansdom.
Foto: IN | Darstellung der heiligen Thekla im Würzburger Kiliansdom.

Die heilige Thekla von Kitzingen war eine der angelsächsischen Nonnen, die mit anderen Gefährtinnen von der heiligen Äbtissin Tetta von Wimborne auf den Kontinent entsandt wurde, um den heiligen Bonifatius bei der Fülle seiner Aufgaben zu unterstützen. So holte sich Bonifatius für seine Mission, die Bevölkerung des Ostfrankenreichs zu evangelisieren, eine ganze Reihe verlässlicher Missionare aus seiner Heimat auf das Festland, um ein dichtes Netzwerk für die Christianisierung der Sachsen und Friesen aufzubauen. Zu dieser Gemeinschaft von Missionaren gehörten unter anderem Bischof Burkard von Würzburg, Abt Wigbert von Fritzlar, Bischof Willibald von Eichstätt, Abt Wunibald von Heidenheim, Erzbischof Lul von Mainz, die Äbtissin Lioba von Tauberbischofsheim und die Äbtissin Walburga von Heidenheim sowie ortsansässige Glaubensboten wie die Franken Gregor, Abt in Utrecht und Abt Fulrad von St. Denis und der Bayer Sturmi, Abt von Fulda.

Thekla nun, die einem Adelsgeschlecht entstammte, verließ um das Jahr 748 die Geborgenheit des Benediktiner-Doppelklosters von Wimborne im Süden Englands und überquerte mit ihrer Verwandten, der heiligen Lioba, in einer stürmischen Überfahrt den Kanal. Bonifatius, der im Frankenreich mehrere Klöster errichtet hatte, ernannte einige der neu eingetroffenen Missionarinnen zu den Vorsteherinnen dieser Abteien. So wurde Lioba Äbtissin von Tauberbischofsheim, ihre Cousine Thekla blieb einige Zeit bei ihr. 750 wurde Thekla nach dem Tod der Äbtissin des Klosters Kitzingen, der heiligen Hadeloga von Kitzingen, zu deren Nachfolgerin ernannt. Um 752 wird sie zudem als Mitbegründerin des Klosters Kleinochsenfurt erwähnt. Es heißt, dass dieses Kloster die entscheidende Rolle für den Weinbau in Franken spielte, denn nachweislich begann dieser mit der Klostergründung. Für liturgische Zwecke war es nötig geworden, Wein vor Ort anzubauen, und ihn nicht mehr, wie es noch die Wanderapostel taten, im Gepäck mitzuführen. Thekla war vor allem in der Fürsorge für die Kranken und in der Erziehung tätig. Sie starb um das Jahr 790 in Kitzingen. Ihr Grab wurde während der Bauernkriege im 16. Jahrhundert zerstört.

Heute gibt es nur noch wenige Gemeinden im Bistum Würzburg, die mit ihrem Namen an die Heilige erinnern: so etwa die Filialkirche St. Thekla und Lioba in Prichsenstadt, die Kuratie St. Thekla in Ochsenfurt und die Pfarrkirche St. Thekla in Habichsthal. Darüber hinaus trägt eine der schönsten Rokokokirchen Bayrisch-Schwabens, die Votivkirche von Markt Welden im Landkreis Augsburg, das Patrozinium der heiligen Thekla.

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