Tagesheilige: 12. September: Die selige Maria Luisa Prosperi

Von Katrin Krips-Schmidt

Die selige Maria Luisa Prosperi erblickte am 15. August 1799 in Fogliano di Cascia bei Perugia das Licht der Welt und wurde noch am Tag ihrer Geburt auf den Namen Gertrude getauft. Ihre Eltern, Dominic und Maria Dominidi, gehörten dem örtlichen Adel an. Gertrude verspürte den Ruf zu einem Ordensleben und trat am 4. Mai 1820 in das 1344 gegründete Kloster der Benediktinerinnen Santa Lucia in Trevi ein. Trevi gehörte damals zur italienischen Diözese Spoleto, die 1826 zur Erzdiözese aufstieg und heute unter dem Namen Spoleto-Norcia bekannt ist. Im Kloster nahm die Zwanzigjährige den Ordensnamen Maria Luisa Angelica an und diente im Laufe ihres Lebens als Krankenpflegerin, als Sakristanin, als Verwalterin sowie als Novizenmeisterin.

„Die Benediktinerin, der sich Christus in

mystischen Erfahrungen mitteilte“

Im Alter von 38 Jahren wurde sie am 1. Oktober 1837 vom Ortsbischof zur Äbtissin mit der Auflage ernannt, die Gemeinschaft, in der sich eine gewisse Laxheit eingeschlichen hatte, zu reformieren. Mit Elan machte sie sich an ihre neue Aufgabe, die sie erfolgreich zum Abschluss brachte. Von ihren Mitschwestern hoch geachtet und geliebt, führte die Benediktinerin, der sich Christus in mystischen Erfahrungen mitteilte, selbst ein tiefes inneres Gebetsleben. Dieses war in erster Linie auf die Betrachtung der Passion Christi ausgerichtet, aus der sie Freude und Trost schöpfte, die aber auch mit dem Erleben eigenen Leidens verbunden war.

Schwester Maria Luisa Prosperi starb am 12. September 1847 im Alter von 48 Jahren und wurde in Santa Lucia in Trevi beigesetzt. Die Mystikerin wurde am 10. November 2012 in der Kathedrale von Spoleto durch Angelo Kardinal Amato, dem Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, im Auftrag von Papst Benedikt XVI. zur Ehre der Altäre erhoben.

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