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München: Mehr als 800 Jugendliche treffen sich mit Erzbischof

München (DT) „Mit Freude heute katholisch sein – aber ohne wegzuschauen“, so könnte man den XXV. Diözesanen Weltjugendtag zusammenfassen, zu dem sich die Jugendlichen der Erzdiözese München und Freising am Palmsonntag im Salesianum in München, Heidhausen getroffen haben. Die diözesanen Weltjugendtage, die auf Initiative von Johannes Paul II. weltweit begangen werden, standen dieses Jahr unter einem Leitwort aus dem Markusevangelium: „Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“. Unter diesem Motto betrachteten die jungen Menschen grundsätzliche Fragen der christlichen Lebensführung und aktuelle Fälle menschlichen und kirchlichen Versagens. Die in den Beiträgen abgeschrittene Reichweite begann im Jahr 25 n. Chr. und führte bis in die Gegenwart – Antwort- und Stichwortgeber waren dabei Erzbischof Reinhard Marx, Nathanael Liminski als einer der Sprecher der medial für die Kirche engagierten Generation Benedikt und die Musical-Darsteller der Gemeinschaft Emmanuel.

Die Teilnehmer des Weltjugendtages, von denen die meisten aus den neuen geistlichen Bewegungen, katholischen Jugendverbänden und Firmgruppen kamen, zeigten sich begeistert von einem bunten Programm, das umrahmt war von musikalischen Beiträgen der Band „Search and Rescue“. Die mit der Durchführung betraute Jugend 2000 in Erzdiözese München und Freising sah die Veranstaltung auch als „Warm up“ für den Internationalen Weltjugendtag 2011 in Madrid.

In seiner Katechese zum Leitwort bedankte sich Erzbischof Reinhard Marx bei den Jugendlichen für ihre Treue zur Kirche auch in diesen schwierigen Tagen. Man müsse nicht verschweigen, dass es bis in die Zeit Jesu hinein in der Kirche Sünde und Versagen gab, Judas sei ein Beispiel dafür. Trotzdem gehe die Gemeinschaft des Zeugnisses Jesu durch die Jahrhunderte hindurch. Der Versuch, Jesus und Kirche voneinander zu trennen, bestehe seit Stiftung der Kirche durch die Jahrhunderte hindurch. Neben der Abwehr solcher Angriffe von außen müsse aber auch im Innenleben der Kirche genauer hingeschaut werden: „Es ist sehr wichtig, dass wir in einer großen Offenheit und mit großer Aufmerksamkeit hinschauen, was uns vom Weg Jesu wegführt“, sagte Marx. Dazu gehöre auch, zum Geschehenen zu stehen und alles für eine Linderung des Leidens von Missbrauchsopfern zu tun. Andernfalls werde die Glaubwürdigkeit der Kirche nachhaltig beschädigt. Leitfaden sei immer, Jesus auf seinem Weg nachzufolgen und sein Leben an ihm auszurichten. Die Frage des jungen Mannes, der Jesus als Meister anspricht, müsse auch die tägliche Frage an Gott eines jeden Einzelnen in der Kirche sein.

Nach der Möglichkeit der eucharistischen Anbetung folgte der mit Spannung erwartete Programmpunkt mit dem Titel „Der Glaube im Test“. Nathanael Liminski stellte sich den Fragen sowohl der Jugendlichen im Saal als auch der Menschen in der Münchener Fußgängerzone, die per Videoclip ihre Frage an die katholische Kirche stellen konnten. Das Themenspektrum reichte dabei von Verhütung, Sex vor der Ehe und Abtreibung über Unfehlbarkeitsdogma, Zölibat und Frauenpriestertum bis hin zu den aktuell diskutierten Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Liminski gelang es, kurze und prägnante Antworten zu geben. Er wies jedoch darauf hin, dass es in der Situation des geforderten Bekenntnisses nicht darum gehe, auf jede Frage „einen flotten Spruch“ parat zu haben, sondern immer den Gesprächspartner und dessen persönlichen Weg zu Gott im Auge zu haben. Junge Gläubige müssten gerade in schwierigen Zeiten ein authentisches Gesicht ihrer Kirche sein und damit eine gesunde, vernünftige und loyale Beziehung zu ihrer Kirche dokumentieren. Der von Medien viel gefragte Vertreter der Generation Benedikt warnte davor, angesichts der undifferenzierten und nicht selten von politischen Zielsetzungen geprägten Darstellung der Missbrauchsfälle in den Medien „in einen platten Dualismus und reinen Lagerkampf zu verfallen“. Ausgangspunkt der persönlichen Einschätzung müsse nach wie vor die Wahrheit sein. Papst und Kirche bräuchten auch in diesen Zeiten „keine Fanclubs, sondern loyale Mitarbeiter der Wahrheit.“

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