Streiter gegen Irrlehren

Zum Gedenktag des heiligen Aquilinus am 29. Januar. Von Katrin Krips-Schmidt

In der Marienkapelle des Würzburger Doms findet sich ein lebensgroßes silbernes Büsten-Reliquiar des heiligen Aquilinus auf einem Sockel aus Ebenholz. Es zeigt den Heiligen, angetan mit einem Messgewand. Das Buch, das er gerade noch in der rechten Hand hielt, entgleitet ihm im Augenblick des Todes. Ein langer Dolch fährt ihm in den Hals. Und sogar ein eigener Altar – der nördliche Seitenaltar – ist dem heiligen Aquilinus in der Würzburger Innenstadt-Kirche St. Peter und Paul geweiht.

Nach der Legende wurde Aquilinus um 970 in Würzburg in einer vornehmen Familie geboren. Seine Mutter hatte vor seiner Geburt eine Vision, die ihr einen adlergleichen Sohn prophezeite, der einst Großes vollbringen würde. Daher wurde er auf den Namen Aquilinus (der Adlergleiche) getauft. Nach seinem Studium in Köln wirkte er als Domprobst an der Kathedralkirche. Nach dem Tod des Bischofs zu dessen Nachfolger erwählt, entschloss er sich aus Furcht vor der großen Verantwortung zu fliehen. Seine erste Station war Paris, das er von der Pest befreit haben soll, weshalb ihn die Kirche als Patron gegen den Schwarzen Tod feiert. Erneut floh er, diesmal nach Pavia, weil er wiederum Bischof werden sollte. Pavia liegt nur etwa 35 Kilometer südlich von Mailand entfernt, wo der große Kirchenvater Ambrosius (339–397) den Kampf gegen den Arianismus aufgenommen hatte, der in Jesus keinen Gott, sondern nur einen Menschen sah.

Aquilinus schloss sich seinem Vorbild an und predigte in der Basilika des heiligen Laurentius zudem gegen die dualistische Irrlehre der Manichäer, der zufolge sich das gute Prinzip des Lichtes mit dem bösen Prinzip der Finsternis in einem ständigen Kampf befinde. Die leibfeindlichen Manichäer verwarfen das Alte Testament und ließen nur das Neue Testament gelten.

Um 1015 griffen ihn seine Gegner – nicht zum ersten Mal – auf offener Straße an. Diesmal wurde der wortgewaltige Priester tödlich verletzt. In Mailand verehrt man den Heiligen etwa seit dem Jahr 1 400. Alljährlich führt am 29. Januar eine Prozession von der Stelle, wo man seinen Leichnam gefunden hatte, bis hin zu der ihm geweihten Kapelle in der Basilika des heiligen Laurentius. Er gilt als der Schutzpatron der Gepäckträger und wird bei schwer diagnostizierbaren Krankheiten angerufen.

Themen & Autoren

Kirche