„Souveränität des Himmels“

Wiener Kardinal Schönborn würdigt den französischen Marienwallfahrtsort Lourdes

Wien (DT/KAP) Die große Bedeutung des französischen Marienheiligtums Lourdes hat Kardinal Christoph Schönborn hervorgehoben. Die Geschehnisse in und rund um den Wallfahrtsort seien eines der stärksten Beispiele für die „Souveranität des Himmels“ und die „Freiheit Gottes“, sagte der Kardinal bei einer Pressekonferenz in Wien aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums der Marienerscheinungen in Lourdes. Gott werde aktiv, wo es der Mensch nicht erwartet. Millionen Menschen würden jedes Jahr dieses Zeichen der Zuwendung Gottes auf Fürbitte Marias wahrnehmen und in Lourdes körperliche und seelische Heilung erflehen.

Der Leiter des Medizinischen Büros des Marienheiligtums von Lourdes, Patrick Theillier, berichtete über seine Erfahrungen mit Heilungen in Lourdes. Gut 7 200 Personen hätten in den vergangenen 150 Jahren angegeben, auf Anrufung der Fürbitte Mariens geheilt worden zu sein. 2 000 Fälle seien tatsächlich als medizinisch zum jeweiligen Zeitpunkt nicht erklärliche Heilungen eingestuft worden und davon wiederum habe die Kirche 67 Fälle als Wunder anerkannt. Theillier wies in diesem Zusammenhang auf die strenge medizinische und „noch viel strengere“ kirchliche Untersuchung aller Fälle hin.

Maria habe in ihrer Botschaft immer wieder darauf hingewiesen, dass das Wichtigste die Bekehrung des Herzens sei; „durch die Wunder bestätigt Gott die Botschaft Marias“, so Theillier. Physische Heilungen seien so Zeichen für die vielen unsichtbaren inneren Heilungen der Seele. Die Seele könne die Medizin trotz aller Fortschritte nicht behandeln. Theillier: „Gott aber findet Antworten auf die heutigen Leiden der Menschen“. Der 64-jährige Arzt wurde 1998 vom Bischof von Tarbes und Lourdes zum Leiter des Medizinischen Büros des Marienheiligtums ernannt. Er ist auch Vorsitzender der Internationalen Medizinischen Vereinigung von Lourdes. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Beratungen dieser internationalen Ärztekommission über die Anerkennung von medizinisch nicht erklärbaren Heilungen in Lourdes vorzubereiten. Die Vereinigung, die aus gut 20 Klinikleitern besteht, trifft sich mindestens einmal im Jahr, um die anstehenden Fälle zu beraten. Oft würden auch weitere Spezialisten zu Rate gezogen, so Theillier. Das könne dann letztlich dazu führen, dass das Ärzteteam eine Heilung als derzeit medizinisch nicht erklärbar beglaubigt.

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