„Solidarität mit Hirten und Gläubigen“

Papst Franziskus sichert der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine Unterstützung zu

Vatikanstadt (DT/KNA) Papst Franziskus hat der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine seine Unterstützung angesichts des andauernden Konflikts im Land zugesagt. Er erneuere seine „Solidarität mit den Hirten und Gläubigen“ in dem Maße, wie sie sich in „dieser schwierigen von den Qualen des Kriegs gekennzeichneten Zeit“ dafür einsetzten, „die Leiden der Bevölkerung zu lindern und Wege des Friedens zu finden“, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Botschaft des Papstes an den Großerzbischof von Kiew, Swjatoslaw Schewtschuk. Zugleich würdigt der Papst darin Glaubensstärke und Papsttreue der griechisch-katholischen Kirche während der Unterdrückung in der kommunistischen Ära. Anlass des Schreibens ist das Gedenken an die von den Moskauer Machthabern erzwungene Lossagung der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche von Rom vor siebzig Jahren.

Franziskus hatte Schewtschuk und die Ständige Synode der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine am Samstag zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen. Zum Inhalt des Gesprächs machte der Vatikan keine Angaben.

Das Verhältnis zwischen dem Vatikan und der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche war zuletzt nicht spannungsfrei. Die Ukrainer hatten Papst Franziskus vorgeworfen, dass er die Russen zu sehr schone und nicht als Aggressoren verurteile. Sie kritisierten vor allem, dass der Papst den Ukraine-Konflikt als Brudermord bezeichnet hatte. Damit habe sich Franziskus eine Vokabel der russischen Propaganda zu eigen gemacht. Die am Sonntag veröffentlichte Botschaft steht offenbar auch im Zusammenhang mit vatikanischen Bemühungen um eine Aussöhnung zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und der griechisch-katholischen Kirche. Deren Verhältnis hatte sich im Zuge des Ukraine-Konflikts erheblich verschlechtert. Franziskus und der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hatten beide Kirchen nach ihrem historischen Treffen im Februar in einer gemeinsamen Erklärung aufgefordert, „sich miteinander zu versöhnen und Formen des Zusammenlebens zu finden“. Die Kirchen in der Ukraine dürften auf keinen Fall „eine weitere Entwicklung des Konfliktes unterstützen“, so die Erklärung.

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