„Signal der Entspannung“

Roms Jüdische Gemeinde begrüßt Klärung zu Pius XII.

Rom (DT/KNA) Als „geeignetes Signal der Entspannung“ hat der römische Oberrabbiner Riccardo Di Segni die Klarstellung des Vatikan zum Seligsprechungsverfahren von Papst Pius XII. (1939-58) bezeichnet. Die historische Bewertung des Pacelli-Papstes sei und bleibe offen und kontrovers, sagte der Geistliche laut italienischen Zeitungsberichten vom Donnerstag. Daher sei die Erklärung des Heiligen Stuhls wichtig, dass die Zuerkennung des heroischen Tugendgrades kein historisches Urteil bedeute. Für den 17. Januar wird Papst Benedikt XVI. zu einem Besuch in der römischen Synagoge erwartet. Nach dem vatikanischen Tugend-Dekret für Pius XII. war dieser Besuch von jüdischen Stellen infrage gestellt worden.

Vatikansprecher Federico Lombardi hatte am Mittwoch nach kritischen Reaktionen von jüdischer Seite erklärt, mit dem Dekret über den Tugendgrad – einer wichtigen Etappe auf dem Weg zur Seligsprechung – sei die Diskussion um die historische Bewertung und die Leistungen von Pius XII. nicht abgeschlossen. „Ich erkenne die rasche Reaktion des Vatikan an“, betonte Di Segni. Mit der Note von Lombardi habe der Vatikan eine wichtige Klarstellung und Unterscheidung der religiösen und historischen Beurteilung geliefert. Er begrüßte zudem die Mitteilung, dass das Seligsprechungsverfahren des Pacelli-Papstes nicht mit dem von Johannes Paul II. verbunden worden sei. Die Seligsprechung des polnischen Papstes wird für den Herbst 2010 erwartet. Zu dieser Zeit dürfte das Verfahren von Pius XII. wegen einiger offener Fragen noch nicht abgeschlossen sein.

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