Seligsprechungsprozess für Dom Helder Camara

Olinda (DT/KNA) Mit einer feierlichen Messe in der Kathedrale von Olinda wird am Sonntag der Seligsprechungsprozess des früheren brasilianischen Bischofs Dom Helder Pessoa Camara (1909–1999) offiziell eröffnet. Der ehemalige Erzbischof von Recife und Olinda (1964–85) galt während der Militärdiktatur (1964–85) in Brasilien als engagierter Kämpfer gegen soziale Ungerechtigkeit, die er als „kollektive Sünde“ brandmarkte. Sein Einsatz für die Armen und die offen ausgesprochene Kritik an den Militärs brachte ihm den Ruf eines „roten“ und „kommunistischen“ Bischofs ein. Ende Februar hatte die vatikanische Heiligsprechungskongregation der Erzdiözese mitgeteilt, dass der Einleitung des Seligsprechungsprozesses nichts im Wege steht. Anfang April rief die Erzdiözese die Gläubigen auf, Dokumente einzureichen, die zum Seligsprechungsverfahren beitragen können. Zudem wurden die Bischöfe Nordostbrasiliens eingeladen, an der feierlichen Messe in der Kathedrale von Olinda teilzunehmen. Dort befinden sich die sterblichen Überreste von Dom Helfer Camara. Helder Camara galt in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) als der bekannteste Bischof Lateinamerikas. Sein Name steht für eine Kirche, die sich an die Seite der Armen stellt. Dass der Seligsprechungsprozess nun unter dem erst seit zwei Jahren im Amt befindlichen argentinischen Papst Franziskus eingeleitet wurde, sei kein Zufall, so der Theologieprofessor der katholischen Universität von Sao Paulo, Francisco Borba Neto. „Derzeit wird die Figur des ,Volks-Märtyrers‘ wiederentdeckt, der sein eigenes Leben dem Dienst an den ärmsten Menschen der Gesellschaft verschrieben hat“, so Neto. „Unter Papst Franziskus wird diese Figur nun wieder in den Vordergrund geholt.“ Seit seinem Amtsantritt hat der Papst mehrfach betont, dass er sich eine „arme Kirche für die Armen“ wünscht. Ein weiterer „Volks-Märtyrer“, Erzbischof Oscar Romero aus El Salvador, wird Ende Mai in San Salvador seliggesprochen.

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