Schweizer Bischöfe: Verbot trifft alle Religionen

Luzern/Vatikanstadt (DT/KNA) Das landesweite Minarettverbot hat nach Auffassung der Schweizer Bischöfe auch negative Auswirkungen auf die Kirche. Es werde andere Folgen haben, „als die meisten der Ja-stimmenden Christen wünschen“, erklärte die Bischofskonferenz am Donnerstag auf ihrer Webseite. Das Verbot werde kein Problem im Zusammenleben mit dem Islam lösen. Zudem werde es in islamischen Ländern die Situation der Christen nicht erleichtern, sondern erschweren. Das Nein zu den Minaretten bedeutet nach Einschätzung der Bischöfe auch ein Nein zur öffentlichen Sichtbarkeit von Religion. Es treffe daher alle Religionsgemeinschaften. Die Bischofskonferenz verweist auch auf das jüngste Kruzifix-Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs, das für Italien Kreuze in öffentlichen Schulen verbietet. Dies sei ein weiterer „Beleg für den Druck, der gegen die Sichtbarkeit von Religion ausgeübt“ werde.

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