Schönborn: Kirche gibt keine Wahlempfehlung ab

Wien (DT/KNA) Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat am Donnerstag bekräftigt, dass die Kirche in Österreich keine Wahlempfehlungen abgibt. Das gelte sowohl für die am Sonntag anstehende Bundespräsidentenwahl wie auch für alle anderen Wahlen, heißt es in einer Stellungnahme. Damit reagierte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz auf eine Äußerung des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun, der sich dezidiert für den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer ausgesprochen hatte. „Jeder hat das Recht, eine Wahlempfehlung abzugeben, auch ein Bischof“, betonte Schönborn. Trotzdem habe die katholische Kirche in der Vergangenheit bewusst auf Wahlempfehlungen verzichtet. Als Bischofskonferenz-Vorsitzender wolle er angesichts verschiedener Stellungnahmen aus den vergangenen Tagen und insbesondere mit Blick auf die Äußerung Launs darauf hinweisen, „dass es auch diesmal keine Wahlempfehlung der katholischen Kirche als solcher gibt und auch nicht geben wird“. In einem Gastbeitrag für das Portal „kath.net“ (Donnerstag) hatte Laun betont, der Grünen-Kandidat Van der Bellen stehe „in allen heiklen und gefährlichen Fragen, vom Lebensschutz über die Gottesfrage bis Gender auf der falschen Seite“. Was man von Hofer höre, sei hingegen „vernünftig und in Ordnung“. Die Worte des FPÖ-Kandidaten gäben „Zuversicht, dass er das Naturrecht achtet (...) und dass er, durch sein Gewissen vermittelt, Gott in den wesentlichen Punkten gehorchen wird“. Schönborn appellierte an Kirchenvertreter, in ihren Wortmeldungen „auch auf ihren Stil zu achten und Andersdenkende nicht zu verurteilen“. Es sei legitim, wenn Katholiken zu unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich der Wählbarkeit von Kandidaten kämen. Eine gute Wahlentscheidung dürfe sich nicht nur auf Aussagen der Kandidaten zu Kernanliegen der Kirche wie dem Lebensschutz beziehen, sondern müsse auch deren Haltung zu den Schwachen der Gesellschaft, zu Migranten und zur Zusammenarbeit in Europa einbeziehen.

Themen & Autoren

Kirche