Primas zieht positive Bilanz nach Treffen mit dem Papst

Vatikanstadt (DT/KAP) Der anglikanische Primas, Erzbischof Rowan Williams, hat eine positive Bilanz seines Treffens mit Papst Benedikt XVI. am Samstag gezogen. Der Papst habe deutlich gemacht, dass die von ihm geschaffenen Kirchenstrukturen für übertrittswillige Anglikaner „keinerlei Veränderung in der Haltung des Vatikans gegenüber der anglikanischen Gemeinschaft“ bedeuten, sagte Williams im Gespräch mit „Radio Vatikan“ am Montag. Die gemeinsame Erklärung spreche „sehr klar“ von geplanten weiteren Gesprächen zwischen Katholiken und Anglikanern. Übertritte von Anglikanern zur katholischen Kirche geschähen aus persönlicher Überzeugung der Betreffenden und seien „gut für sie“, sagte Williams. Innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft gebe es ein breites Spektrum theologischer Positionen, das etwa von Befürwortern der Frauenordination bis zu solchen reiche, die diese Frage nur gemeinsam mit anderen Kirchen der apostolischen Tradition lösen wollen. Wie der Papst bei seinem geplanten Besuch 2010 in England empfangen werde, hänge davon ab, ob Benedikt XVI. zur ganzen britischen Gesellschaft spreche oder nur zu den Katholiken. Eine wichtige Rolle spiele die Bezugnahme auf Kardinal John Henry Newman (1801–90). Williams unterstrich, der von der anglikanischen zur katholischen Kirche konvertierte Theologe und Intellektuelle gehöre nicht nur der römisch-katholischen Kirche. „Ich habe den Heiligen Vater ermutigt, in diesem Sinn an Newman zu denken, als Inspiration für das, was er der britischen Gesellschaft sagen wird“, so Williams.

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