Personalien

Das oberbayerische Benediktinerkloster Ettal hat wieder einen Abt. Der im Februar im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal zurückgetretene Barnabas Bögle (Foto: KNA) wurde von seinen Mitbrüdern erneut gewählt, wie das Kloster am Montagabend bestätigte. Die Wahl fand bereits am Sonntag statt; das Ergebnis wurde vom Apostolischen Stuhl am Montagmittag bestätigt. Zudem habe der 53-jährige Abt Pater Maurus Kraß erneut zum Prior und Pater Emmeram Walter zum Subprior bestellt, hieß es weiter. Der Antrag auf Zustimmung zur Wiedereinsetzung des Priors als Schulleiter des Gymnasiums sei beim Kultusministerium gestellt. Der Elternbeirat des Gymnasiums reagierte erleichtert auf die Rehabilitierung und Wiederwahl des Abts und des Priors. Das Ergebnis der Visitation habe „das Vertrauen, das die Elternschaft von Anfang an in die Klosterführung gesetzt hat, vollstens bestätigt“. In einer am Montagabend veröffentlichten Erklärung hält der wiedergewählte Abt fest, er wolle mit Transparenz und Entschiedenheit die Aufklärung und Aufarbeitung der Missbrauchsfälle vorantreiben. Mit Opfern und Opferschutzverbänden stehe man in intensivem Kontakt. Aber auch im Kloster selbst müsse eine angemessene Aufarbeitung erfolgen. „Wir brauchen Transparenz. Nichts darf vertuscht werden, und es darf kein Wegschauen geben.“ Zugleich unterstrich Bögle, die Wiederherstellung der regulären Klosterleitung sei laut Apostolischer Visitation im Einvernehmen mit dem Münchner Erzbistum erfolgt, mit dem er auch für die Zukunft die respektvolle Zusammenarbeit erhoffe. Bögle war 2005 zum 38. Abt gewählt worden. Der ehemalige Schüler des Benediktinergymnasiums, der 1980 in den Orden eintrat, studierte Philosophie und Theologie in Würzburg, sowie Altphilologie in Regensburg. Seine Priesterweihe empfing Bögle 1985. Anschließend lehrte er am ordenseigenen Gymnasium die Fächer Religion, Latein und Archäologie. Außerdem war er Präfekt im Internat und dessen stellvertretender Direktor.

Hubertus Zomack (68), bislang Generalvikar des Bistums Görlitz, ist vom scheidenden Bischof Konrad Zdarsa zu seinem Ständigen Vertreter ernannt worden. Mit der Berufung Zdarsas nach Augsburg war das Amt des Generalvikars, der der Stellvertreter des Bischofs ist, erloschen. Zomack hatte das Amt des Generalvikars von 1996 bis 2006 und seit 2007 inne. Geboren wurde Zomack 1941 in Wittichenau (Oberlausitz). 1970 wurde er in Görlitz zum Priester geweiht. Danach war er in der Gemeindeseelsorge und beim Kirchengericht tätig. Zomack ist päpstlicher Ehrenprälat, Domkapitular und Vorsitzender des Caritasverbandes des Bistums Görlitz.

Schwester Maria de Lima Trunk, ehemalige Generalpriorin der Missionsdominikanerinnen in Neustadt am Main, ist am 8. Juli im Alter von 95 Jahren gestorben. Das teilte die Bischöfliche Pressestelle am Dienstag in Würzburg mit. Die 1915 in Walldürn geborene Trunk trat 1936 in den Orden ein. Die ewige Profess legte sie 1941 ab. Nach der Lehrerinnenausbildung unterrichtete die Ordensfrau in den Schulen verschiedener Konvente in Afrika. Von 1961 bis 1972 leitete sie als Generalpriorin ihre Gemeinschaft. Ihren Ruhestand verbrachte Trunk im Konvent in Neustadt am Main.

Im Bistum Augsburg wird die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit neu geordnet. Pater Gerhard Eberts (72) übernimmt vom 14. Juli ab die Koordination in Zusammenarbeit mit dem Generalvikariat. Das gab der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators, Karlheinz Knebel, bekannt. Die Bischöfliche Pressestelle und Sprecherin Kathi Marie Ulrich sind damit künftig direkt dem Ständigen Vertreter und Pater Eberts zugeordnet. Der gebürtige Sauerländer Eberts gehört dem Orden der Missionare von der Heiligen Familie an. Er war früher Redakteur des katholischen Magazins „Weltbild“ und Chefredakteur der Kirchenzeitung für das Bistum Augsburg. Dort kam es 1990 zwischen ihm und dem damaligen Bischof Josef Stimpfle zu einem Konflikt, worauf dieser den Ordensmann wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Linie des Blattes entließ. Dies führte damals zu heftigen Protesten in der katholischen Presselandschaft. Von 2001 bis 2007 war Eberts Öffentlichkeitsreferent der Katholischen Akademie in Bayern.

Lucia Hilz (35), Chorpräfektin an der Münchner Domsingschule, wird die erste Domkapellmeisterin einer deutschen Diözese. Hilz übernimmt zum 1. September die Leitung der Dommusik in der Münchner Kathedrale Zu Unserer Lieben Frau. Dies teilte die Pressestelle des Erzbistums München-Freising am Dienstag mit. Im Dezember 2008 war ihr bereits die kommissarische Leitung der Dommusik übertragen worden, nachdem sich das Erzbistum von Hilzs Vorgänger Karl-Ludwig Nies vorzeitig getrennt hatte. Die gebürtige Münchnerin hat in Regensburg und Rottenburg Kirchenmusik sowie Gesang mit dem Schwerpunkt Alte Musik an der Musikhochschule Trossingen studiert. Von 2006 bis 2008 war Hilz Assistentin der Münchner Dommusik.

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