Personalien

Kardinal Paul Joseph Pham Dinh Tung, bis 2005 Erzbischof von Hanoi, ist am Montag im Alter von 89 Jahren in der vietnamesischen Hauptstadt gestorben. Das meldet Radio Vatikan. 1949 zum Priester geweiht, empfing Pham 1963 die Bischofsweihe und wurde 1994 Erzbischof von Hanoi. Viele Jahre stand er unter Hausarrest der Kommunisten und konnte die Gemeinden seiner Diözese nicht besuchen. Nach Phams Tod zählt das Kardinalskollegium noch 187 Mitglieder. Von ihnen könnten nur die 115 unter 80-Jährigen an einer Papstwahl teilnehmen. In einem Telegramm würdigte Papst Benedikt XVI. den Verstorbenen als „herausragenden Hirten“, der unter schwierigen Umständen mit großem Mut und in Treue zum Papst der Kirche gedient habe. Zwischen dem Vatikan und Vietnam bestehen seit 1975 keine diplomatischen Beziehungen. Derzeit laufen Verhandlungen über eine Normalisierung der Kontakte. Zudem bemüht sich der Vatikan in schwierigen Gesprächen mit der Regierung, Bischofsernennungen und Erleichterungen für das kirchliche Leben zu ermöglichen.

Jose Saraiva Martins (77), portugiesischer Kurienkardinal, ist in die protokollarisch höchste Klasse des Kardinalskollegiums, in den Kreis der Kardinalbischöfe aufgestiegen. Dieser Gruppe gehören nur sechs Purpurträger an. Neben den Italienern Angelo Sodano (Kardinaldekan), Giovanni Battista Re (Bischofskongregation) und Tarcisio Bertone (Kardinal-Staatssekretär) sind dies der Franzose Roger Etchegaray und der Nigerianer Francis Arinze. Saraiva war bis Juli 2008 Präfekt der Heilig--sprechungs-Kongregation. Papst Benedikt XVI. wies ihm am Dienstag das nahe Rom gelegene Titularbistum Palestrina zu. Saraiva folgt an diesem Titelsitz dem schwarzafrikanischen Kardinal Bernardin Gantin nach, der im Mai 2008 mit 86 Jahren gestorben war.

Erzbischof Georg Zur (79), in Görlitz geborener Vatikan-Diplomat, feierte am Dienstag den 30. Jahrestag seiner Bischofsweihe. Zur, der heute in Rom lebt, wirkte als Nuntius in Malawi, Sambia und Paraguay, später ein Jahrzehnt lang in Indien und Nepal. Von 2000 bis 2002 war er Apostolischer Nuntius in Moskau, anschließend bis zu seiner Emeritierung im Juli 2005 in Wien.

Felix Genn (58), künftiger Bischof von Münster, hat am Montag den Treueid auf die Landesverfassung von Niedersachsen abgelegt. „In vielen Lebensbereichen ergänzen sich staatliches und kirchliches Engagement“, sagte Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bei der Zeremonie in Hannover. „Ganz konkret wird dies in der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise, die viele Menschen verunsichert und immer mehr persönlich trifft.“ Dass Kirche und Staat ihre gemeinsame Verantwortung für ein menschenwürdiges Leben wahrnehmen, sei auch in der Krise ein Gebot, an dem keiner rütteln dürfe, so Wulff. Genn, derzeit noch Bischof von Essen, war am 19. Dezember von Papst Benedikt XVI. zum neuen Oberhirten von Münster ernannt worden. Die nach Mitgliederzahlen drittgrößte deutsche Diözese erstreckt sich über Teile von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Am 10. März legt der Bischof in Düsseldorf den Eid auf die nordrhein-westfälische Verfassung ab. Zehn Tage später wird er in Essen verabschiedet. Am 29. März führt Kardinal Meisner als Metropolit der Kölner Kirchenprovinz Genn im Bistum Münster ein. Er tritt die Nachfolge von Reinhard Lettmann an, der die Diözese 28 Jahre lang leitete und nach Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren im Frühjahr 2008 zurückgetreten war.

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