Personalien

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone (73) ist in der kirchlichen Hierarchie noch weiter aufgerückt. Papst Benedikt XVI. berief seinen engsten vatikanischen Mitarbeiter in die oberste Klasse der Kardinäle, die der Kardinal-Bischöfe. In dem sechs Würdenträger zählenden Kreis rückt er auf die Stelle des Mitte April verstorbenen kolumbianischen Kurienkardinals Alfonso Lopez Trujillo nach und übernimmt von ihm den Titular-Sitz Frascati. Bertone ist auch Camerlengo (Kämmerer) der Kirche. Dieser Titel bringt jedoch nur in Zeiten der Sedisvakanz nach dem Tod eines Papstes besondere Befugnisse. Das derzeit 195 Mitglieder zählende Kardinalskollegium ist in drei Klassen aufgeteilt: Neben den Kardinal-Bischöfen gibt es die Gruppe der Kardinal-Priester – meist Erzbischöfe großer Diözesen – und die der Kardinal-Diakone. Dazu gehören meist Kurienvertreter, wie die Deutschen Walter Kasper und Paul Josef Cordes. Die Einteilung hat heute nur noch protokollarische Bedeutung. Sie geht auf die alte Praxis zurück, dass der Papst als Bischof von Rom vom Klerus der Stadt gewählt wurde.

Ambrose Madtha (52), indischer Vatikan-Diplomat und bislang Geschäftsträger an der Nuntiatur von Taiwan, wird neuer Botschafter des Papstes an der Elfenbeinküste. Über eine Nachfolge-Entscheidung für Taipeh, die diplomatische Beobachter mit Spannung erwarten, wurde am Donnerstag nichts mitgeteilt. Sie dürfte Aufschluss auch über den derzeitigen Annäherungsprozess zwischen dem Vatikan und Peking geben. Seit 1979 ist der Heilige Stuhl an der Nuntiatur in der Republik China nur durch einen Geschäftsträger im Rang eines Nuntiaturrates vertreten. Umgekehrt entsendet Taiwan einen Botschafter an den Vatikan. Die Volksrepublik China fordert als Voraussetzung für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem Vatikan eine Schließung der Nuntiatur in Taiwan. Hohe Vatikan-Vertreter hatten in den vergangenen Jahren wiederholt eine Verlegung der für China zuständigen Papst-Botschaft von Taipeh nach Peking als denkbar bezeichnet. Zwischen dem Vatikan und Peking bestehen seit 1951 keine diplomatischen Beziehungen. Der Heilige Stuhl bemüht sich seit längerem um eine Annäherung, erwartet aber als Vorbedingung Religionsfreiheit für die Katholiken.

Pfarrer Hubertus Förster (58) ist am Mittwoch von den Nürnberger Katholiken zum neuen Stadtdekan gewählt worden. Die Bischöfe von Bamberg und Eichstätt bestätigten die Personalie, wie die Pressestelle der Katholischen Stadtkirche Nürnberg am Donnerstag mitteilte. Der Pfarrer der Gemeinde Sankt Josef in Nürnberg-Wöhrd tritt zum 1. September die Nachfolge von Hans Reeg (57) an, der zu diesem Zeitpunkt die Pfarrei in Iphofen übernimmt. Er war drei Jahre Nürnberger Stadtdekan. Die Stadtkirche ist eine Gemeinschaftseinrichtung der Bistümer Bamberg und Eichstätt, deren Grenze mitten durch Nürnberg verläuft. Die Amtszeit von Förster beträgt sechs Jahre. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke gratulierten Förster zu seiner Wahl und äußerten die Hoffnung auf gute Zusammenarbeit. Zugleich dankten sie Reeg für sein Engagement. Der Stadtdekan wird normalerweise alle sechs Jahre von einer zu gleichen Teilen aus Priestern und Laien zusammengesetzten Wahlversammlung gewählt und anschließend von den Bischöfen ernannt. Dieses Verfahren zur Einsetzung des höchsten katholischen Repräsentanten in der zweitgrößten Stadt Bayerns ist bundesweit einzigartig. Förster stammt aus Kronach und wurde 1976 zum Bamberger Diözesanpriester geweiht. Nach seiner Zeit als Kaplan in Herzogenaurach und Sankt Martin in Nürnberg wurde er 1983 zum Diözesanjugendseelsorger gewählt und als Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes ernannt. 1989 wechselte Förster als Pfarrer in die oberfränkische Gemeinde Ebrach bevor er 2005 Pfarrer von Sankt Josef in Nürnberg wurde.

Prälat Clemens A. Kathke, früherer Generalsekretär des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken, ist tot. Er starb am Mittwochabend im Alter von 70 Jahren, wie das Bonifatiuswerk am Donnerstag mitteilte. Der Theologe hatte von 1997 bis zum Februar 2008 das Diaspora-Hilfswerk geleitet. Sein Amtsnachfolger Pfarrer Georg Austen würdigte das Wirken Kathkes. Durch seine Leidenschaft für die Katholiken in der Diaspora und seine humorvolle Art habe er dem Bonifatiuswerk ein Gesicht gegeben. Die Beerdigung findet am 14. Mai in Paderborn statt. Der Gottesdienst ist um 10 Uhr in der Kirche Sankt Kilian, die Beisetzung um 11.30 Uhr auf dem Ostfriedhof. Kathke wurde 1938 in Bernburg an der Saale geboren und 1962 in Paderborn zum Priester geweiht. Er leitete zunächst ein heilpädagogisches Zentrum für geistig- und mehrfach behinderte Menschen in Warburg. 1981 wurde er Vorstandssprecher der Kölner Josefs-Gesellschaft, einem katholischen Träger von Behinderteneinrichtungen. Ab 1995 versah er das Amt des Behinderten-Beauftragten im Erzbistum Paderborn. 1997 wurde er Geschäftsführer des Bonifatiuswerks, das Katholiken unterstützt, die in Nord- und Ostdeutschland, Skandinavien und Osteuropa in der Minderheit leben. In seiner Amtszeit führte Kathke eine Reihe struktureller und inhaltlicher Neuerungen ein. Kinderpastoral und Jugendarbeit sowie die Unterstützung neu gegründeter und wiederbelebter Klöster wurden zu Schwerpunkten. Papst Johannes Paul II. ernannte Kathke 1999 zum Päpstlichen Ehrenprälaten.

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