Personalien

Fra Andrew Bertie, Großmeister des Malteser-Ritterordens, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Er erlag am Donnerstagabend in einer römischen Klinik einer kurzen, schweren Krankheit, wie der Orden am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur mitteilte. Die Leitung des ältesten katholischen Ritterordens, der 1099 als Hospitalorden in Jerusalem gegründet wurde, übernahm übergangsweise der römische Adlige und Großkomtur Giacomo dalla Torre del Tempio di Sanguinetto. In einem Beileidstelegramm an den Interimsleiter würdigte Papst Benedikt XVI. den Einsatz des Verstorbenen für Bedürftige. Bertie sei ein Mann von herausragender Kultur gewesen und habe sich durch seine Liebe zur katholischen Kirche wie auch durch sein „leuchtendes Zeugnis für die Prinzipien des Evangeliums“ ausgezeichnet, so der Papst in dem Schreiben. Der Kanzler der deutschen Assoziation des Ordens, Albrecht Freiher von Boeselager, nannte den Verstorbenen einen „zutiefst geistlichen Mann“. Er habe den Orden „in seiner sehr zurückhaltenden und bescheidenen Art sicher geführt“ und „allen seinen Mitarbeitern einen klaren Rückhalt gegeben“. In den fast 20 Jahren als Großmeister habe Bertie für eine immense Ausdehnung der Ordensaktivitäten gesorgt. Dies gelte besonders für den Aufbau der Ordenswerke in den ehemals kommunistischen Ländern. Andrew Willoughby Ninian Bertie, am 15. Mai 1929 in London geboren, war der erste britische Großmeister des Ordens in dessen über 900-jähriger Geschichte. 1956 wurde er Mitglied der Malteserritter, 1981 rückte er in die Ordensleitung auf. Am 8. April 1988 wählte ihn der Orden zum 78. Großmeister. Nach seinem Militärdienst bei der Schottischen Garde absolvierte Bertie ein Geschichtsstudium sowie Studien in Afrikanistik und Orientalistik. Zeitweise arbeitete er als Finanzjournalist in London, dann mehr als zwei Jahrzehnte als Lehrer für Französisch und Spanisch in Sussex. In seiner Zeit als Großmeister machte er sich unter anderem um den Ausbau des humanitären Engagements der Malteser verdient. Die Zahl der bilateralen diplomatischen Kontakte des Ordens, der als nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt gilt, erhöhte sich unter seiner Leitung von 49 auf 100. Bertie ist Träger zahlreicher staatlicher Auszeichnungen und Ehrenbürgerschaften. Während seiner Amtszeit erhielt er fünf Ehrendoktorate internationaler Universitäten.

Friedrich Ostermann (75), früherer katholischer Medienbischof und Weihbischof im Bistum Münster, hat am Sonntag goldenes Priesterjubiläum gefeiert. Bischof Reinhard Lettmann verabschiedete den gebürtigen Münsteraner im feierlichen Gottesdienst im Dom zugleich nachträglich als Regionalbischof für die Region Münster-Warendorf. Bei Ostermann sei „die Freude über die Berufung Gottes zum Priestertum durch all die vielen Jahre“ lebendig geblieben. Er war bis 2007 Regionalbischof und bis 2006 Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. An den Feierlichkeiten nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft teil, darunter NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) und der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer. Ostermann studierte in Münster und Bonn Theologie und empfing 1958 die Priesterweihe. Danach war er als Kaplan und Vikar in Hamm, Emsdetten, Senden und Telgte tätig, ehe er 1969 Pfarrer in Rheine wurde. Von 1975 an übte Ostermann das Amt des Dechanten im Dekanat Rheine aus. 1981 wurde der Geistliche von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof ernannt. Sein Nachfolger ist Weihbischof Franz-Josef Overbeck (43).

Oswald Hirmer (77), aus Amberg in Bayern stammender Bischof von Umtata in Südafrika, ist von seinem Amt zurückgetreten. Papst Benedikt XVI. habe den altersbedingten Rücktritt des Kirchenmannes angenommen, teilte der Vatikan am Freitag mit. Neuer Bischof ist der einheimische Geistliche Sithembele Anton Sipuka (47), der bislang das Priesterseminar in Pretoria leitete. Hirmer, der nach kurzer Seelsorgetätigkeit im Bistum Regensburg Ende der 50er Jahre als Missionar nach Südafrika ging, leitete die Diözese im ehemaligen Homeland Transkei seit 1997. Zuvor war er Dozent am Missionswissenschaftlichen Institut von Germiston.

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