Personalien

Der amerikanische Theologe Michael Novak (Foto: IN) ist tot. Der führende Vertreter einer katholisch-wirtschaftsliberalen Sozialethik in den USA starb am Freitag im Alter von 83 Jahren in Washington, wie Medien am Samstag berichteten. Novak lehrte bis zuletzt an der Catholic University of America in der US-Hauptstadt. Novak, der aus einer slowakischen Familie stammte, war Priesterseminarist und studierte an der Päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom sowie an der Harvard University in Massachusetts. Nach Seminaraustritt war er Konzilsberichterstatter für den „National Catholic Reporter“. In den 1970er Jahren wurde er zu einem prononcierten Kritiker der Befreiungstheologie und galt fortan als Vordenker der „Theocons“ (politisch rechtskonservative Theologen). Der frühere Präsident Roland Reagan ernannte Novak 1981 zum Botschafter der USA bei der UN-Menschenrechtskommission und später zum Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Novak, der regelmäßig im konservativ-christlichen Magazin „First Things“ publizierte, wurde 1994 mit dem Templeton-Preis ausgezeichnet. Das Hauptwerk Novaks, „Die katholische Ethik und der Geist des Kapitalismus“, erschien 1996 in deutscher Übersetzung im Paulinus-Verlag in Trier.

Papst Franziskus hat Frankreichs Militärbischof Luc Ravel (59) zum neuen Erzbischof von Straßburg ernannt. Das teilten der Vatikan und die Französische Präsidentschaftskanzlei am Samstag zeitgleich mit. Straßburg ist neben Metz die einzige Diözese weltweit, deren Bischof offiziell nicht nur vom Papst, sondern auch von einem weltlichen Staatsoberhaupt – dem französischen Staatspräsidenten – ernannt wird. Luc Ravel folgt Jean-Marie Grallet (75) nach, dessen altersbedingten Rücktritt der Papst angenommen hat. Grallet, ein Franziskaner, leitete die Erzdiözese Straßburg seit 2007. Luc Ravel wurde am 21. Mai 1957 in Paris geboren. Papst Benedikt XVI. hatte ihn 2009 zum Militärbischof von Frankreich ernannt. Ravel ist Sohn eines Generals und absolvierte zunächst eine Ingenieurausbildung, bevor er sich für den Priesterberuf entschied. Er trat der Kongregation der Augustiner-Chorherren bei und wurde nach dem Studium in Poitiers 1988 zum Priester geweiht. Nach verschiedenen Leitungsaufgaben innerhalb seines Ordens wurde er 2003 Subprior des Chorherrenstiftes Saint-Pierre-de-Champagne.

Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Sako ist am Sonntag in der nordirakischen Stadt Erbil mit dem Kardinal-König-Preis ausgezeichnet worden. Der Linzer Bischof Manfred Scheuer überreichte die Auszeichnung in seiner Funktion als Präsident der Kardinal-König-Stiftung im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der chaldäischen Kirche „Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe“ in Erbil. Dem Gottesdienst standen Sako, Scheuer und der Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, vor. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Die Kirche in Österreich zeigt ihre Solidarität nicht nur in Worten, sondern auch mit Taten“, so Patriarch Sako in seinen Dankesworten. Zugleich bat er um weitere Hilfe für die bedrängten Christen im Irak. An der Preisverleihung nahmen auch Vertreter der Politik und der kurdischen Behörden teil. Bischof Scheuer ging in seiner Laudatio auf das jahrzehntelange Bemühen Sakos ein, den Christen im Irak eine Zukunft zu verschaffen. Der Patriarch bemühe sich um Dialog und Versöhnung zwischen den Religionen und Kulturen, und er betrachte es als oberste Priorität, dass sich der Irak zu einem demokratischen Rechtsstaat entwickelt, in dem alle Bürger gleiche Rechte und Pflichten hätten. Die kleine Geldsumme, die mit dem Kardinal-König-Preis verbunden ist, sei als „Initialzündung“ gedacht für eine größere Initiative aus Österreich, so Bischof Scheuer. Man wolle ein Zeichen der Solidarität setzen und beim Wiederaufbau der christlichen Städte und Dörfer in der Ninive-Ebene tatkräftig Hilfe leisten.

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