Personalien

Papst Franziskus hat den 72-jährigen Jesuiten Paul Desfarges zum Erzbischof von Algier ernannt. Das gab der Vatikan am Samstag bekannt. Der aus Saint-Etienne in Frankreich stammende Desfarges hatte seit Mai 2015 das Amt des Apostolischen Administrators und damit die übergangsweise Geschäftsführung inne. Der bisherige Erzbischof, der Jordanier Ghaleb Moussa Abdalla Bader, war damals zum päpstlichen Botschafter in Pakistan ernannt worden. Das Erzbistum Algier zählt nach vatikanischen Angaben 1 500 Katholiken in einer Bevölkerung von knapp 11,3 Millionen.

Der frühere Südtiroler Bischof Karl Golser ist tot. Der 73-jährige emeritierte Bischof von Bozen-Brixen verstarb nach Angaben der Südtiroler Diözese in der Heiligen Nacht in seiner Wohnung in Brixen. Der amtierende Diözesanbischof Ivo Muser und Generalvikar Eugen Runggaldier teilten dies am Sonntag bei den Weihnachtsgottesdiensten im Dom von Bozen sowie im Dom von Brixen zeitgleich mit. Golser war im Dezember 2008 von Benedikt XVI. zum Bischof ernannt worden. Der Moraltheologe trat damals die Nachfolge des zuvor nach einem Herzinfarkt plötzlich verstorbenen Bischofs Wilhelm Egger (1940–2008) an. Gemäß seines bischöflichen Wahlspruchs „Christus unser Friede“ setzte sich Golser besonders für das friedliche Zusammenleben der drei Volksgruppen in Südtirol und soziale Anliegen ein. Zwei Jahre nach Amtsantritt musste Golser jedoch bekanntgeben, dass er an einer seltenen, atypischen Parkinson-Erkrankung leide. Sein vom Papst angenommener Rücktritt aus Gesundheitsgründen erfolgte im Rahmen einer Pressekonferenz im Juli 2011, bei der Bischof Golser selbst den Namen seines Nachfolgers, Ivo Muser, bekannt gab.

Der Vatikan hat am Samstag die Urteilsbegründung im jüngsten Vatileaks-Prozess veröffentlicht. Das 87-seitige Dokument zeichnet das Verfahren nach und legt die Argumente dar, die am 7. Juli zur Verurteilung der beiden Hauptangeklagten Lucio Angel Vallejo Balda und Francesca Chaouqui führten. Der spanische Geistliche Vallejo, der als einziger eine Haftstrafe antreten musste, war am Dienstag mit einem Gnadenerlass des Papstes auf Bewährung freigelassen worden. Chaouqui hatte von vornherein eine Bewährungsstrafe erhalten. Die Publikation einen Tag vor Weihnachten begründete das Presseamt des Heiligen Stuhls auf Nachfrage damit, dass das vollständige Urteil am 22. Dezember bei der Gerichtskanzlei hinterlegt worden sei. Formell ist der Prozess um die Weitergabe interner Vatikan-Dokumente an Journalisten damit abgeschlossen. Vallejo, ehemaliger Sekretär der Präfektur für Wirtschaftsangelegenheiten des Heiligen Stuhls, war nach einem knapp achtmonatigen Verfahren wegen Informationsweitergabe zu 18 Monaten Freiheitsentzug verurteilt worden. Chaouqui erhielt wegen Beihilfe zehn Monate auf Bewährung. Ein früherer Assistent Vallejos, Nicola Maio, ging straffrei aus, ebenso die Journalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi, die die Informationen veröffentlicht hatten. Papst Franziskus gewährte Vallejo am Dienstag eine bedingte Haftentlassung. Der Vatikan verwies darauf, dass der Verurteilte „über die Hälfte seiner Strafe verbüßt“ habe. Jegliches Arbeitsverhältnis Vallejos mit dem Vatikan sei beendet; kirchenrechtlich unterstehe der Geistliche wieder dem Bischof seines Heimatbistums Astorga. Die Strafe sei zur Bewährung ausgesetzt.

Pater Reinhard Gesing (54) wird neuer Provinzial der deutschen Salesianer Don Boscos. Der Generalobere ernannte Gesing kürzlich in Rom. Der Amtswechsel erfolgt zum 15. August 2017. Bis dahin bleibt Provinzial Pater Josef Grünner (67) noch im Amt, das er seit 2005 ausübt. Gesing stammt aus Nordrhein-Westfalen und ist seit zwei Jahren Direktor im Kloster Benediktbeuern, wo er von 1985 bis 1992 auch Theologie und Sozialpädagogik studierte. Viele Jahre war er zuvor als Novizenmeister für die Ausbildung des deutschen Ordensnachwuchses verantwortlich. Die Salesianer Don Boscos zählen mit rund 15 300 Mitgliedern in 132 Ländern zu den größten Männerorden der katholischen Kirche. Zur deutschen Provinz zählen rund 260 Ordensmänner in Deutschland, der deutschsprachigen Schweiz und der Türkei. Sie setzen sich mit rund 2 000 Mitarbeitern vor allem für junge Menschen in sozialen Brennpunkten ein. Der Provinzial wird nach den Ordensregeln vom Generaloberen mit Zustimmung des Generalrates für jeweils sechs Jahre ernannt. Grundlage für die Personalentscheidung ist eine schriftliche Befragung der Mitglieder der jeweiligen Provinz.

Der Zentralrat des internationalen katholischen Missionswerks missio München hat zwei neue Mitglieder. Dazu gehören die frühere Generaloberin der Barmherzigen Schwestern, Schwester Theodolinde Mehltretter (70), und der Regensburger Domkapitular Thomas Pinzer (52). Mit der Ordensfrau, einer gelernten Betriebswirtin, ist erstmals eine Frau in dem aus neun Mitgliedern bestehenden Aufsichtsgremium des Hilfswerks vertreten.

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In Budapest wurde die Tiefendimension der Kirche sichtbar: Mit Blick auf Christus ist sie jung, dynamisch, fröhlich, ökumenisch, missionarisch und attraktiv. Ein Kommentar.
16.09.2021, 13 Uhr
Stephan Baier