Personalien

Kardinal Giuseppe Bertello (74), Leiter der vatikanischen Staatsverwaltung, ist von Papst Franziskus als Mitglied in die Heiligsprechungskongregation berufen worden. Das teilte der Vatikan am Samstag mit. Der Norditaliener sitzt auch im Kardinalsrat, der Franziskus bei seiner Kurienreform berät; damit gehört er zu den engsten Mitarbeitern des Papstes. Der Heiligsprechungskongregation unter Leitung von Kardinal Angelo Amato gehören gut dreißig Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe an. Bertello ist das einzige Mitglied, das auch einen Platz im Kardinalsrat hat.

Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des Weihbischofs der Erzdiözese Prag, Karel Herbst (73), angenommen. Das teilte das vatikanische Presseamt am Donnerstag mit. Der tschechische Salesianerpater war 2002 von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Prag ernannt worden. Dem 1973 zum Priester geweihten Herbst war es während der kommunistischen Diktatur mehrere Jahre verboten, sein geistliches Amt auszuüben. Er arbeitete in dieser Zeit in einer Reinigungsfirma als Fensterputzer und war dort Arbeitskollege des früheren Prager Erzbischofs, Kardinal Miloslav Vlk. Im Untergrund engagierte sich der Ordensmann besonders für die Jugendarbeit.

Josef Funk (56), Pfarrer in Beilngries und Dekan des Dekanates Eichstätt, ist vom Eichstätter Domkapitel zum neuen Domkapitular gewählt worden. Bischof Gregor Maria Hanke bestätigte die Wahl, wie die Bischöfliche Pressestelle am Sonntag mitteilte. Funk übernimmt den Platz im Domkapitel, der durch die Emeritierung von Alois Ehrl (71) frei wurde. Ehrl war bis Sommer 2016 Stadtpfarrer in Schwabach und seit 1997 Domkapitular.

Pfarrer Christian Hartl (52) ist am Donnerstagabend in Freising als neuer Hauptgeschäftsführer der katholischen Osteuropa-Solidaritätsaktion Renovabis eingeführt worden. Hartl übt das Amt bereits seit Oktober aus, er ist der vierte Leiter des vor fast 24 Jahren von den Katholiken und Bischöfen in Deutschland gegründeten Hilfswerks. Der Augsburger Diözesanpriester folgt auf den Jesuiten Stefan Dartmann (60), der seit Sommer 2015 Rektor des Priesterseminars seines Ordens in Rom ist. Seither hatte Gerhard Albert als Stellvertreter des Hauptgeschäftsführers die Leitung kommissarisch inne. Die Warschauer Verwaltungswissenschaftlerin Irena Lipowicz sieht Hartl „vor nicht gerade leichten Zeiten im künftigen europäischen Dialog und Miteinander“. Renovabis habe aber seine „Versöhnungsarbeit in und mit Polen auf Fels gebaut“ und sei seinen Partnern bei allen Projekten „auf Augenhöhe begegnet“, sagte die Politikerin, die sich seit langem für die deutsch-polnischen Beziehungen engagiert.

Hohe päpstliche Auszeichnung für „aktion leben“-Vizepräsident Paul Aiginger: Der langjährige Präsident und nun Vizepräsident der „aktion leben“ erhielt das Komturkreuz des Silvesterordens für sein ehrenamtliches Engagement in kirchlichen und überkonfessionellen Einrichtungen. Überreicht wurde der hohe päpstliche Orden am Freitag durch Kardinal Christoph Schönborn im erzbischöflichen Palais. Gertraude Steindl, „aktion leben“-Präsidentin, unterstrich in ihrer Laudatio anlässlich der Ordensverleihung: „Paul Aiginger hat in Fragen der Bioethik stets versucht, die Interessen der Wissenschaft mit den Interessen des Lebensschutzes in Deckung zu bringen.“ Diesem hohen ärztlichen Ethos entsprechend habe er auch Schwester Hildegard Teuschl von der Caritas Socialis bei der Gründung der Österreichischen Hospizbewegung unterstützt. Der Arzt und Wissenschaftler Paul Aiginger engagiert sich seit über 20 Jahren ehrenamtlich für den Lebensschutz, vor allem in Fragen der Bioethik und des Lebensendes. In seiner fast zehnjährigen Amtszeit als Präsident (2001 bis 2010) wandte er sich gegen verbrauchende Embryonenforschung, gegen das Klonen von Embryonen sowie gegen die Selektion von Embryonen, die in vitro hergestellt werden.

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