Personalien

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Edward Daly, früherer Bischof von Derry und Symbolfigur für den Nordirland-Konflikt, ist am Montag im Alter von 82 Jahren gestorben. Ein Foto machte ihn 1972 weltweit berühmt: Es zeigt, wie der damalige Priester am sogenannten Blutsonntag („Bloody Sunday“) mit einem blutbefleckten weißen Taschentuch winkend den Abtransport eines tödlich verletzten Jugendlichen begleitet. Bei einer Demonstration gegen die Diskriminierung der katholischen Bevölkerung waren am 30. Januar 1972 in der nordirischen Stadt Derry/Londonderry 13 Katholiken von britischen Soldaten erschossen worden. Der Tag ging als ein Wendepunkt in die Geschichte Nordirlands ein. Der irische Primas Eamon Martin drückte am Montag seine „große Trauer“ über Dalys Tod aus und bezeichnete ihn als eine „Ikone im bürgerlichen und kirchlichen Leben Irlands“. Daly werde weit über Derry hinaus als „furchtloser Friedensstifter“ in Erinnerung bleiben, so der Erzbischof von Armagh.

Otmar Vieth (75), früherer Essener Dompropst und Stadtdechant, hat am Mittwoch das 75. Lebensjahr vollendet. Der gebürtige Bochumer leitete ab 1974 die Abteilung Sozialwesen im Essener Generalvikariat, wo seine besondere Sorge der Gemeinsamen Sozialarbeit der Konfessionen (GSA) im Bergbau und bei Opel galt, wie das Ruhrbistum am Dienstag mitteilte. Im gleichen Jahr wurde er Domvikar, 1976 Domzeremoniar und 1982 Stadtvikar in Essen. Das Amt des Stadtdechanten übernahm Vieth 1988. Seit 1990 gehört er als Nichtresidierender Domkapitular dem Essener Domkapitel an.

Führungswechsel im bekanntesten und beliebtesten österreichischen Wallfahrtsort Mariazell: Der Benediktinerpater Karl Schauer (60) (Foto: Kathbild/Rupprecht) legt sein Amt als Superior zurück. Sein Nachfolger wird sein Ordensbruder Michael Staberl, wie das Stift St. Lambrecht am Dienstag mitteilte. Schauer habe gebeten, „nach fast 25 Jahren die Aufgabe des Superiors von Mariazell in jüngere Hände übergeben zu können“. Das Kloster in Mariazell ist ein Superiorat und gehört zum steirischen Benediktinerstift St. Lambrecht. Karl Schauer wird künftig in der Diözese Eisenstadt tätig sein, „da durch die lebendige Wallfahrtstradition der Burgenländer nach Mariazell eine enge Beziehung zu vielen Menschen und Pfarren“ der Diözese im jüngsten Bundesland Österreichs gewachsen sei. Schauer trat 1976 in das Benediktinerstift St. Lambrecht ein und wurde 1983 zum Priester geweiht. Er wirkt seit 1992 als Superior von Mariazell. Bald nach seiner Bestellung wurde mit der Generalsanierung von Basilika und Geistlichem Haus begonnen. Kirchliche Höhepunkte seines Wirkens waren am 8. September 2007 der Besuch von Papst Benedikt XVI. und im Mai 2004 der Mitteleuropäische Katholikentag. Gut 1, 5 Millionen Pilger besuchen jedes Jahr Mariazell. Im Zentrum steht die Mariazeller Gnadenstatue, eine schlichte romanische Madonna aus Lindenholz, die Maria zeigt, wie sie mit ihrer Hand auf ihr Kind Jesus zeigt. Sie wird nicht nur als „Magna Mater Austriae“ verehrt. Die Ungarn beten zu ihr als „Magna Hungarorum Domina“, die Slawen rufen sie als „Alma Mater Gentium Slavorum“ an.

Schwester Kristina Wolf (48), Pastoralpsychologin und Geistliche Begleiterin im Meditationszentrum „Heilig Kreuz“ des Bistums Limburg in Frankfurt, ist neue Leiterin der Missionsärztlichen Schwestern in Deutschland. Ihre Vorgängerin, Schwester Gertrud Dederichs (64) aus Bottrop, wechselt nach sechs Jahren im Amt in die Weltzentrale des Ordens nach London, wie das Bistum Essen jetzt mitteilte. Die nach Angaben des Ordens weltweit rund 550 Missionsärztlichen Schwestern arbeiten in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen vor allem mit Blick auf die Situation benachteiligter Frauen.

Laurent Fabre (75), Gründer der katholischen geistlichen Gemeinschaft Chemin Neuf (Neuer Weg), will offenbar nach 43 Jahren die Leitung abgeben. „Ich denke, die Stunde ist gekommen“, sagte der Jesuit im Interview der Pariser Tageszeitung „La Croix“ (Montag). Das Generalkapitel von Chemin Neuf tagt seit Montag bis 22. August in der ostfranzösischen Abtei Hautecombe (Savoyen). Chemin Neuf gehört zu den neuen geistlichen Gemeinschaften in der katholischen Kirche und entstand 1973 im französischen Lyon aus einem Gebetskreis. Der „katholischen Lebensgemeinschaft mit ökumenischer Berufung“ gehören Christen verschiedener Konfessionen an; überwiegend sind es Katholiken. Zu den einzelnen Hausgemeinschaften zählen Priester, ehelos lebende Mitglieder, Familien und Unverheiratete. Die Mitglieder von Chemin Neuf folgen einer gemeinsamen Gebets- und Lebensregel. Ihre besondere Berufung sehen sie im Wirken für Einheit und Versöhnung unter „den Christen, den Völkern, in den Familien und der einzelnen Person“. Dabei beruft sich Chemin Neuf in seiner Spiritualität auf den Jesuitengründer Ignatius von Loyola (1491–1556), die charismatische Erneuerungsbewegung und den ökumenischen Aufbruch nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Der damalige Erzbischof von Lyon, Kardinal Albert Decourtray, erkannte die Gemeinschaft 1984 als „öffentliche Vereinigung von Gläubigen“ an. 1992 folgte die Anerkennung des „Institut Chemin Neuf“ als „Klerikerinstitut diözesanen Rechts“ mit Zustimmung von Rom. In Deutschland arbeitet Chemin Neuf als anerkannter eingetragener Verein seit 1992. Mehrere Niederlassungen gibt es in Berlin. Seit 2007 steht die Gemeinschaft im Dienst der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in Bonn.

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