Personalien

Der spanische Kurienkardinal Santos Abril y Castello hat am Montag das 80. Lebensjahr vollendet. Der langjährige Vatikandiplomat leitet seit März 2014 die Kardinalskommission für die Vatikanbank IOR. Damit führt er die Oberaufsicht über die Umstrukturierung des Geldinstituts, das in der Vergangenheit immer wieder wegen Skandalen in die Schlagzeilen geraten war. Mit Erreichen der Altersgrenze von 80 Jahren scheidet Abril y Castello aus dem Kreis der stimmberechtigten Kardinäle im Fall einer Papstwahl aus. Am 21. September 1935 im spanischen Alfambra geboren, erhielt Abril y Castello mit 24 Jahren die Priesterweihe. Nach der Ernennung zum Titularerzbischof durch Papst Johannes Paul II. und der Bischofsweihe 1985 diente er in den folgenden 20 Jahren als Papstbotschafter für Bolivien, Kamerun, Gabun und Äquatorialguinea sowie im ehemaligen Jugoslawien, in Argentinien, Mazedonien, Slowenien und Bosnien-Herzegowina. Im Alter von 70 Jahren legte er 2005 die Aufgaben als Apostolischer Nuntius nieder. Papst Benedikt XVI. bestimmte ihn 2011 zum Vize-Kämmerer der katholischen Kirche; zudem ernannte er ihn zum Mitglied der Bischofskongregation und Erzpriester der Patriarchalbasilika Santa Maria Maggiore. Im folgenden Jahr nahm ihn der Papst in das Kardinalskollegium auf. Die sechs Mitglieder der Kardinalskommission für das „Institut für die religiösen Werke“, IOR, wählten Abril y Castello im März 2014 zum Präsidenten. Nach seinem Ausscheiden aus der Gruppe der Papstwähler wären im Fall einer Wahl noch 118 Kardinäle wahlberechtigt.

Das Bistum Mainz hat wieder einen Weihbischof. Udo Bentz (48), Leiter des Mainzer Priesterseminars, wurde am Sonntag im Dom von Kardinal Karl Lehmann zum Bischof geweiht und in sein Amt eingeführt. Papst Franziskus hatte ihn Mitte Juli zum Weihbischof des Bistums Mainz ernannt. In diesem Amt folgt Bentz auf Ulrich Neymeyr, den der Papst im vergangenen September zum Bischof von Erfurt ernannte. In dem Weihegottesdienst erinnerte Lehmann daran, dass das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) die fundamentale Gemeinsamkeit von Laien und Amtsträgern in der Kirche hervorgehoben habe. Es habe den Begriff des Volkes Gottes auf die allen Glaubenden eigene Gemeinsamkeit konzentriert. Diese Einheit im Christsein mit vielen anderen stehe aller Selbstüberschätzung des Amtes entgegen. Sein dem Markus-Evangelium entnommener bischöflicher Wahlspruch lautet „Praedicare ubique domino cooperante“ (Überall predigen und der Herr wirkt mit). Bentz, im pfälzischen Rülzheim geboren, wurde 1995 von Lehmann zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Worms, dann von 1998 bis 2002 Lehmanns Sekretär. In seinem anschließenden Promotionsstudium befasste sich Bentz mit „Grundlinien einer Theologie kirchlicher Existenz im Werk Karl Rahners“. Seit September 2007 ist er Regens des Mainzer Priesterseminars, seit März 2013 auch Vorsitzender der Deutschen Regentenkonferenz. Bentz wird auch künftig Regens des Priesterseminars bleiben und zudem Bischofsvikar für die Jugendseelsorge im Bistum Mainz.

Georg Härteis (74), Bischofsvikar in Eichstätt, geht zum 1. Oktober in den Ruhestand. Bereits vor einem Jahr hatte Härteis aus Altersgründen auf die Leitung der Personalkammer für die Pastoral im Bischöflichen Ordinariat verzichtet. Auch als Bischofsvikar im Ruhestand wird Härteis Begleiter der Priester sein, die im Bistum Eichstätt das Förderprogramm für ausländische Seelsorger absolvieren.

Nach dem Weggang von Bischof Heiner Koch leitet Andreas Kutschke (41) übergangsweise das Bistum Dresden-Meißen. Das Dresdner Domkapitel wählte den früheren Generalvikar am Sonntagabend zum Diözesanadministrator, wie das Bistum bekannt gab. Bis zum Amtsantritt eines neuen Bischofs, der in den kommenden Monaten gewählt wird, leitet Kutschke die Diözese mit eingeschränkten Rechten.

David Bartimej Tencer (52), Kapuzinerpater und bislang Pfarrer im isländischen Reydarfjödur, wird neuer Bischof von Reykjavik, der nördlichsten Diözese der Welt. Papst Franziskus hat den slowakischen Ordensmann zum Nachfolger von Pierre Bürcher (69) ernannt, der vor einigen Monaten sein Rücktrittsgesuch aus Gesundheitsgründen eingereicht hatte. Der Schweizer Bürcher, der die Diözese seit 2007 leitete, bleibt noch bis zur Amtseinführung seines Nachfolgers am 31. Oktober im Amt. Bürcher ist seit 21 Jahren Bischof, zunächst als Weihbischof in der Diözese Lausanne-Genf-Fribourg, seit 2007 dann als Diözesanbischof in der isländischen Hauptstadt. Mit Einverständnis des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Fouad Twal, will er als Emeritus künftig einen Teil des Jahres im Heiligen Land leben. Dort will er sich nach Mitteilung der Diözese Reykjavik dem Gebet widmen und nach seinen Möglichkeiten Exerzitien und Wallfahrten organisieren, um die Christen im Heiligen Land zu unterstützen. Den anderen Teil des Jahres will er in einem Frauenkloster im Kanton Schwyz verbringen.

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16.09.2021, 13 Uhr
Stephan Baier