Personalien

Der italienische Kurienerzbischof Pier Luigi Celata (75) ist von Papst Benedikt XVI. zum neuen Vize-Camerlengo im Vatikan ernannt worden. Dies teilte der Vatikan am Montag mit. Celata wird Nachfolger des spanischen Kurienerzbischofs Santos Abril y Castello (76), der im November zum Erzpriester der römischen Basilika Santa Maria Maggiore berufen und im Februar vom Papst ins Kardinalskollegium aufgenommen wurde. Der aus der Toskana stammende Celata war von 2002 bis Juni 2012 Sekretär des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog. Zuvor war er unter anderem päpstlicher Botschafter in der Türkei, in Turkmenistan, Slowenien und in Belgien. Der „Vize-Camerlengo der Heiligen Römischen Kirche“ übernimmt insbesondere während der Zeit der Sedisvakanz nach dem Tod eines Papstes besondere Aufgaben.

Der amerikanische Kurienkardinal James Francis Stafford wird am Donnerstag 80 Jahre alt. Der aus Baltimore stammende Stafford stand von 2003 bis 2009 an der Spitze der Apostolischen Pönitentiarie. Als „Großpönitentiar“, wie sein offizieller Titel lautete, war er die oberste Instanz für Gnadenerlasse und die Vergabe von Ablässen. Johannes Paul II. holte den damaligen Erzbischof von Denver 1996 als Präsident des Päpstlichen Laienrates nach Rom. In dieser Funktion war er für die Laienorganisationen in der katholischen Kirche und die Weltjugendtage zuständig. Empfohlen für dieses Amt hatte er sich durch die erfolgreiche Ausrichtung des Weltjugendtages in seiner Diözese 1993. Stafford leitete das Erzbistum Denver seit 1986. Zuvor war er seit 1982 Bischof von Memphis. 1998 nahm Johannes Paul II. Stafford ins Kardinalskollegium auf. Mit Vollendung des 80. Lebensjahres scheidet er aus dem Kreis der Papstwähler aus. Ab Donnerstag sind nunmehr noch 120 der 208 Kardinäle zur Teilnahme an einem Konklave berechtigt.

Der Schweizer Kurienkardinal Gilberto Agustoni vollendet am Donnerstag sein 90. Lebensjahr. Der in Schaffhausen geborene Agustoni leitete von 1992 bis 1998 im Vatikan das höchste Gericht der katholischen Kirche, die Apostolische Signatur. Zuvor war der Kirchenrechtler, seit 1986 Sekretär der vatikanischen Kleruskongregation. Von 1970 bis 1986 wirkte er als Richter an der Römischen Rota, die sich hauptsächlich mit Eheannullierungen befasst. Die Kardinalswürde erhielt er 1994 von Johannes Paul II. Nach dem drei Monate älteren Kardinal Georges Cottier ist Agustoni der zweitälteste der gegenwärtig vier Schweizer Purpurträger. Im Alter von nur 27 Jahren trat Agustoni 1950 mit besonderer Genehmigung von Pius XII. in den Dienst des Heiligen Stuhls ein. Der spätere Kardinal Alfredo Ottaviani, der damals Assessor im Heiligen Offizium war, dem Vorläufer der heutigen Glaubenskongregation, hatte den für eine Tätigkeit in dieser Kurienbehörde außergewöhnlich jungen Priester angefordert. Vorausgegangen war eine persönliche Begegnung der beiden. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wirkte Agustoni als Berater an der Umsetzung der Liturgiereform mit. Im Juli 2004 schickte Johannes Paul II. Agustoni als Gesandten in den westfälischen Wallfahrtsort Telgte; dort wurden die Krönung des Marienbildes der „Mater Dolorosa“ vor 100 Jahren sowie das 350-jährige Bestehen der Pilgerstätte begangen.

Der Rektor der Ukrainischen Katholischen Universität in Lviv (Lemberg), Boris Gudziak (51), wird Apostolischer Exarch für die katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus in Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg und die Schweiz. Papst Benedikt XVI. nominierte ihn am 21. Juli zum Nachfolger von Michel Hrynchyshyn (83), der das Amt seit 1983 innehatte. Gudziaks Berufung zum Bischof war schon länger im Gespräch. Als Kardinal Lubomyr Husar im Februar 2011 als Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine zurücktrat, nannten Fachleute auch Gudziak als möglichen Kandidaten für das Leitungsamt. Der 1960 in der Nähe von New York geborene Sohn ukrainischer Auswanderer steht seit der Gründung der griechisch-katholischen Universität 2002 an deren Spitze. Es ist die einzige katholische Uni in der früheren Sowjetunion. An ihr sind fast 1 100 Studenten eingeschrieben. Gudziak studierte zunächst in Rom Theologie und in Harvard Slawistik und byzantinische Geschichte, bevor er 1998 in Lviv zum Priester geweiht wurde.

Andreas Artinger (53), wegen Beihilfe zur Untreue vorbestrafter Pfarrer aus dem Bistum Passau, wird künftig im Dekanat Regen eingesetzt. Er werde Ende August von seiner bisherigen Pfarrei Ruhstorf dorthin ziehen und bis zum Dienstantritt eine zwei- bis dreimonatige persönliche Auszeit nehmen, teilte die Diözese am Sonntag mit. Sie hatte bereits zuvor erklärt, dem Priester die Chance zu einem Neubeginn als Seelsorger an einem anderen Ort zu geben. Nach dem Strafbefehl könne er jedoch nicht mehr als Kirchenverwaltungsvorstand und Pfarrer eingesetzt werden. Etwas anderes sei mit der Kirchenstiftungsordnung nicht vereinbar. Zu dem Strafbefehl kam es, nachdem die vormalige Leiterin des Katholischen Jugendbüros Ruhstorf wegen Veruntreuung in 211 Fällen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden war. Im Zuge dieses Verfahrens ermittelte die Staatsanwaltschaft auch gegen Artinger. Dabei erhärtete sich der Verdacht zur Beihilfe in 15 Fällen. Es geht um einen fünfstelligen Geldbetrag. Nachfolger Artingers in Ruhstorf wird zum 1. November der Stadtpfarrer und Dekan von Hauzenberg, Josef Tiefenböck (51).

Martin Wind (45), zuletzt Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Kongregation der Benediktiner von Sankt Ottilien, leitet jetzt kommissarisch die Abteilung Informations- und Öffentlichkeitsarbeit im Limburger Bischöflichen Ordinariat. Wind übernehme damit die Elternzeitvertretung von Patricia Arndt (34), teilte das Bistum am Mittwoch in Limburg mit. Arndt leitete seit Juni 2010 die Öffentlichkeitsarbeit des Bistums. Stellvertretender Leiter wird zum 1. August Stephan Schnelle (31).

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