Personalien

Kardinal Andrzej Maria Deskur, früherer Präsident des päpstlichen Medienrates und einer der engsten polnischen Weggefährten von Papst Johannes Paul II., ist tot. Der Geistliche starb bereits am Samstag im Alter von 87 Jahren nach längerer Krankheit in Vatikanstadt. In einem Beileidstelegramm würdigte Papst Benedikt XVI. Deskurs' „wertvollen“ jahrzehntelangen Dienst für den Heiligen Stuhl. Er hob insbesondere die Anregungen hervor, die Deskur der christlichen Medienarbeit gegeben habe. Zugleich erinnerte Benedikt XVI. in seinem Schreiben an den Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz an die tiefe Freundschaft, die den Verstorbenen mit Papst Johannes Paul II. verbunden habe. Dziwisz seinerseits würdigte Deskur als „großen Patrioten und treuen Sohn der Kirche“. Aus „politischen Gründen“ habe Deskur nach seinem 1948 im schweizerischen Fribourg begonnenen Studium nicht in seine polnische Heimat zurückkehren können und stattdessen eine Laufbahn in der Weltkirche eingeschlagen. Der Verstorbene sei ein „Freund und Vertrauter von Kardinal Karol Wojtyla und dann Papst Johannes Pauls II.“ gewesen. Vom ersten Tag dessen Pontifikats an habe er den Papst mit „Gebeten, Opfern und Leiden“ unterstützt. Dziwisz sagte, er werde sich um eine Beerdigung Deskurs in der Krypta des Johannes-Paul-II.-Zentrums in Krakau bemühen. Der am 29. Februar 1924 in der Nähe von Kielce geborene Deskur stammte aus einer ursprünglich französischen Familie und trat 1952 als Mitarbeiter einer für Medien zuständigen Kommission in den Dienst des Heiligen Stuhls ein; 1973 machte ihn Papst Paul VI. zum Präsidenten der päpstlichen Medienkommission, aus der später der heutige Medienrat hervorging. Dieses Amt übte er bis 1984 aus. Seit einem Schlaganfall unmittelbar vor dem Konklave im Jahr 1978 war Deskur auf einen Rollstuhl angewiesen. Im Jahr 1985 berief ihn Johannes Paul II. in das Kardinalskollegium. Mit dem Papst aus Polen, den er im Jahr 1944 im Untergrund im Priesterseminar von Krakau kennengelernt hatte, verband Deskur eine tiefe Freundschaft. Er war regelmäßiger Gast in dessen Privatgemächern. 2006 verlieh ihm der damalige polnische Staatspräsident Lech Kaczynski die höchste Auszeichnung des Landes, den Weißen-Adler-Orden. Ein Requiem für den verstorbenen Kardinal soll am Dienstag im Petersdom gefeiert werden.

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