Personalien

Edgar Pena Parra (50), bislang Nuntiaturrat an der päpstlichen Botschaft in Mexiko, ist von Papst Benedikt XVI. zum neuen Apostolischen Nuntius in Pakistan ernannt worden. Das gab der Vatikan am Mittwoch bekannt. Parra ist Nachfolger von Adolfo Tito Yllana (62), der im November 2010 zum Vatikanbotschafter in der Demokratischen Republik Kongo berufen worden war. Der 1960 im venezolanischen Maracaibo geborene Parra ist einer von fünf Kandidaten, die vom Papst am Samstag zum Bischof geweiht werden. Von insgesamt gut 162 Millionen Einwohnern Pakistans sind nach vatikanischen Angaben gut 1, 1 Millionen Katholiken. Die Lage der christlichen Minderheit in dem islamisch geprägten Land ist schwierig. Christen sind Diskriminierungen ausgesetzt und werden immer wieder wegen vermeintlicher Blasphemie angeklagt und verurteilt.

Kardinal Ricardo Vidal, Alterzbischof von Cebu auf den Philippinen, wird am Sonntag 80 Jahre alt. Er leitete die zentralphilippinische Erzdiözese von 1982 bis Oktober 2010. Von 1982 bis 1986 war Vidal Vorsitzender der Philippinischen Bischofskonferenz; seit 1985 ist er Mitglied des Kardinalskollegiums. In Vidals Amtszeit fiel unter anderem der von der Kirche mitbetriebene Sturz von Staatspräsident Joseph Estrada 2001. Während sich vor allem Manilas Kardinal Jaime Sin an die Spitze der Protestbewegung gegen Estrada stellte, wurden Vidal in der Bevölkerung zu enge Beziehungen zum Präsidenten nachgesagt. Der Kardinal betonte, Kontakte seien nötig, um jemanden erreichen und beraten zu können. So habe ihn Estrada auf dem Höhepunkt der Krise in den Präsidentenpalast gerufen und um Rat gebeten. Er, Vidal, habe ihm den freiwilligen Rücktritt nahegelegt. 2004 machte Vidal ein weiteres Mal international Schlagzeilen. Um sie zu kürzeren Predigten zu ermutigen, schenkte er allen Priestern seiner Diözese einen Wecker. Für Kirchgänger könnten lange Ansprachen „zur Katastrophe werden“, so der Kardinal, der für seine Kurzpredigten bekannt ist. Mit Erreichen der Altersgrenze von 80 Jahren verliert Vidal sein Stimmrecht bei einem künftigen Konklave. Die Zahl der Papstwähler sinkt damit wieder unter die zulässige Höchstgrenze von 120. Von den 201 Kardinälen der Weltkirche sind nun 82 über 80 Jahre alt.

Der slowenische Erzbischof Franc Kramberger von Maribor ist zurückgetreten. Papst Benedikt XVI. nahm das vorzeitige Rücktrittsgesuch des 74-Jährigen an, wie der Vatikan am Donnerstag mitteilte. Nachfolger Krambergers wird automatisch der bisherige Erzbischof-Koadjutor des slowenischen Bistums, Marjan Turnsek (55). Dieser war Kramberger im Januar 2009 zur Seite gestellt worden. Kramberger stand seit 2006 an der Spitze des Erzbistums Maribor. Offizielle Angaben über die Gründe für den vorzeitigen Rücktritt liegen nicht vor. Das Erzbistum Maribor befindet sich gegenwärtig in großen finanziellen Schwierigkeiten. Die Diözese hatte jüngst Fehler in ihrem Finanzmanagement eingeräumt. Sie bestätigte in einer Pressemitteilung, dass mit ihr verbundene Gesellschaften in einer schwierigen finanziellen Lage seien und saniert werden müssten. Stres wurde 1942 in Donacka Gora geboren. Er absolvierte im kroatischen Zagreb das Gymnasium und studierte anschließend in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana sowie in Paris Theologie. Er gilt als Fachmann in Fragen der katholischen Soziallehre.

Thomas Denter OCist, (Foto: Abtei Marienstatt) ehemaliger Abt des Zisterzienserklosters Marienstatt im Westerwald, wird am Sonntag 75 Jahre alt. Der aus Oberhattert stammende Westerwälder wurde 1960 zum Priester geweiht. Von 1971 bis 2006 war er Abt von Marienstatt. Der promovierte Theologe, dessen Wahlspruch Multorum servire moribus (Der Eigenart vieler dienen) lautet, war darüber hinaus von 1965 bis 1972 Novizenmeister der Abtei. Während seines Abbatiats wurden die Klostergebäude saniert, das Private Gymnasium Marienstatt erweitert, das Heizkraftwerk der Abtei erbaut und die Basilika restauriert. Nach Erreichen der Altersgrenze von siebzig Jahren trat Denter zurück. Denter ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz.

Adalbert Heussinger, über Jahrzehnte deutschsprachiger Beichtvater im Petersdom, ist tot. Der 87-Jährige starb bereits am Freitag nach kurzer Krankheit in Graz. Unter anderem nahm der aus Franken stammende Franziskanerpater laut Bericht 1978 am Konklave zur Papstwahl in der Sixtinischen Kapelle teil – nicht als Wähler, sondern als Beichtvater der Kardinäle. Über 30 Jahre hätten nicht nur mehrere Päpste, sondern auch zahllose Rom-Pilger Heussinger im „deutschen“ Beichtstuhl der Peterskirche kennengelernt.

Johannes Wallacher (44), Wirtschaftsethiker, ist vom Senat der Münchner Hochschule für Philosophie der Jesuiten zu dessen neuen Präsidenten gewählt worden. Er soll am 1. September dem Jesuitenpater Michael Bordt nachfolgen, der das Amt seit sechs Jahren innehatte. Die Ernennung erfolgt durch den Generaloberen des Ordens, Adolfo Nicolas, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Kongregation für das katholische Bildungswesen in Rom. Diese muss satzungsgemäß bei einem neu gewählten Präsidenten eingeholt werden. Wallacher, katholisch, verheiratet und drei Kinder, ist seit 1995 an der Hochschule und seit 2006 Professor für Sozialwissenschaften und Wirtschaftsethik. Er studierte zuerst in Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen und wurde 1994 promoviert. Fünf Jahre später folgte eine zweite Promotion zum „Dr. phil.“ mit einer Arbeit über nachhaltige Wassernutzung. Seit 2000 ist Wallacher Mitarbeiter am an der Hochschule angesiedelten Institut für Gesellschaftspolitik und seit vielen Jahren Berater der Deutschen Bischofskonferenz. Dort hat er seit 2008 den Vorsitz der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“.

Gerhard Krieger (59), Trierer Theologie- und Philosophieprofessor, ist neuer Vorsitzender des Katholisch-Theologischen Fakultätentages. Rund 60 Delegierte der Katholisch-Theologischen Fakultäten, Institute und kirchlichen Hochschulen in Deutschland wählten ihn jetzt in Trier zum Nachfolger des Erfurter Theologen Michael Gabel. Im Rahmen der diesmaligen Jahrestagung des Fakultätentages, die am Sonntag begonnen hatte, beschäftigten sich die Vertreter der Katholisch-Theologischen Fakultäten sowie Repräsentanten aus Kirche und Wissenschaft mit aktuellen Fragen aus Forschung und Lehre. Hauptthemen waren die Einführung „Islamischer Studien“ an deutschen Hochschulen und die Umsetzung des sogenannten Bologna-Prozesses. „Der Dialog mit dem Islam ist notwendig, wir sind offen für gesellschaftliche Änderungen“, äußerte Gabel zur Empfehlung des Wissenschaftsrates, islamischer und jüdischer Theologie an den Universitäten Raum zu geben. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sich jüdische und islamische Theologen in den Binnenraum der Religionsgemeinschaften zurückzögen. Aufgabe der Katholisch-Theologischen Fakultäten sei es jetzt, Formen der Kooperation zu finden. Generell sei die Einführung der neuen Studien ein Gewinn für die Hochschulen. „Die Universität“, so Gabel, „wird bunter.“

Mathias Vetter (45), stellvertretender Finanzdirektor im Erzbistum Bamberg, wird zum 1. Oktober neuer Hauptabteilungsleiter für „Finanzen und Vermögen“ des Erzbistums. Erzbischof Ludwig Schick ernannte ihn zum Nachfolger von Prälat Herbert Hauf (69), wie die Bischöfliche Pressestelle am Dienstag mitteilte. Hauf, der seit 1996 im Amt ist, geht zum 30. September in den Ruhestand.

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